Silke Franzen über psychische Belastungen
Familiäre Verpflichtungen, Trauer oder Sorgen – jede und jeder von uns arbeitet unter Voraussetzungen, die andere nicht sehen. Pychologin Silke Franzen nennt dieses Bündel an individuellen Herausforderungen und psychischen Belastungen „das unsichtbare Gepäck“. Sie plädiert dafür, dieses Gepäck im Unternehmen sichtbar zu machen, bevor es so schwer wird, dass betroffene Mitarbeitende länger ausfallen. managerSeminare fragte die Psychologin, wie das gelingt.
Feelgood Management in der Krise
In der Krise suchen Unternehmen nach Sparpotenzialen – und finden sie in People-Themen, die keinen unmittelbaren finanziellen Nutzen fürs Business haben. Doch beim Feelgood Management blind zum Kahlschlag auszuholen, ist keine gute Idee. Denn es erfüllt menschliche Bedürfnisse, die zu missachten unklug wäre. Wer sparen will, nutzt die Krise besser als Chance, sich zu fragen: Was am eigenen Feelgood Management ist nur „nice to have“ und was ist unverzichtbar, um mit psychisch stabilen, leistungsstarken Mitarbeitenden in die Zukunft gehen zu können?
Health-Faktor Age Inclusion
Ältere Mitarbeitende leisten mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihrer Verantwortung wertvolle Beiträge für die Organisation. Zugleich haben sie mit gesundheitlichen Belastungen zu kämpfen – etwa durch chronische Körperbeschwerden, hormonelle Umstellungen oder eine veränderte Stressverarbeitung. Doch ihre Situation und Bedürfnisse werden am Arbeitsplatz häufig übergangen, teils sogar belächelt. Wie Unternehmen mit Age Inclusion die Gesundheit älterer Mitarbeitender gezielt fördern.
Fatigue am Arbeitsplatz
Wer nach einer schweren Erkrankung weiterarbeitet, gilt oft als Erfolgsgeschichte moderner Medizin. Weniger beachtet wird eine häufige Folge: Fatigue. Die anhaltende Erschöpfung ist im Arbeitsalltag längst angekommen, wird dort aber häufig übersehen oder missverstanden. Was Führungskräfte wissen sollten – und wie Unternehmen Betroffene unterstützen können.
Krisenführung
Wenn Märkte wegbrechen, Lieferketten reißen oder Cyberangriffe Systeme lahmlegen, müssen Unternehmen schnell und klug handeln. Dafür brauchen sie mehr als gute Führungskräfte, sie brauchen einen Führungsprozess, der auch unter höchstem Druck planvolles, strukturiertes Handeln ermöglicht. Von Organisationen, deren Alltagsgeschäft die Krisenbewältigung ist, lässt sich in dieser Hinsicht viel lernen. Zum Beispiel vom Führungsprozess der Landstreitkräfte der Bundeswehr.
Kollektive Selbstwirksamkeit entwickeln
Wenn Teams plötzlich mit schwierigen Herausforderungen konfrontiert sind, trennt sich die Spreu vom Weizen: Während das eine Team einen kühlen Kopf bewahrt und sich der Lage kreativ stellt, machen sich im nächsten kopflose Panik und hektischer Aktionismus breit. Teamexpertin Claudia Thonet ist überzeugt: Der Unterschied liegt in der Selbstwirksamkeitsüberzeugung des Teams. Und die wiederum hängt davon ab, wie die Zusammenarbeit im Team gestaltet ist. Laut Thonet kommt es dabei vor allem darauf an, in sieben Handlungsfeldern Entwicklungen anzustoßen.
Systemic Strategic Foresight
Geht es um die Gestaltung von Zukunft, werden häufig Zukunftsszenarien entwickelt. Doch für strategische Entscheidungen reicht es nicht aus, nur mögliche Zukünfte vor Augen zu haben. Entscheidend ist auch, wie gut die Organisation auf sie vorbereitet ist – und an welchen Stellen Fähigkeiten fehlen, Annahmen nicht tragen, blinde Flecken liegen. Die Methode Systemic Strategic Foresight macht dies sichtbar und verhilft zu einer guten Grundlage für Zukunftsentscheidungen.
Christian Suppinger in Speakers Corner
Viele Führungskräfte versuchen, Erschöpfung und Leistungsabfall in ihren Teams entgegenzuwirken, indem sie ihre Motivationsanstrengungen verdoppeln und verdreifachen. Aus Sicht von Christian Suppinger ist das jedoch oft der falsche Weg. Als Experte für Stressregulation ist Suppinger überzeugt: Die motivierendste Führungskraft ist nicht selten sogar die gefährlichste für ihr Team. Unter Umständen provoziert sie noch mehr Erschöpfung, noch stärkere Leistungsabfälle – weil sie etwas Wichtiges übersieht.
Führung meets Coaching
Martin Wehrle stellt einen Coachingansatz vor, mit dem Führungskräfte Teammitgliedern helfen können, sich auf ihre Stärken zu besinnen, statt sich ständig mit Kolleginnen und Kollegen zu vergleichen.
schlauer lernen
Henning Beck erklärt, warum schnelles Entscheiden in die Hosen gehen kann.
Testgelesen
Die Arbeitswelt verändert sich in rasantem Tempo. Wie kann Führung unter diesen Bedingungen gelingen? Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte, um auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben? Wie lässt sich wertschätzende Führung im Alltag umsetzen? Und wie können Führungskräfte ihre Selbstführung und persönliche Entwicklung stärken? Antworten auf diese Fragen liefern vier neue Bücher.
Selmin Çalışkan in Characters
Selmin Çalışkan hat jahrzehntelang in internationalen Kontexten geführt, u. a. als Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland. Mit ihrer eigenen Beratungsfirma unterstützt sie nun als Strategieberaterin Organisationen dabei, Entscheidungen im Dialog zu schärfen, Potenziale sichtbar zu machen und Ressourcen so zu bündeln, dass sie nachhaltige Veränderungen ermöglichen. Kontakt: selmin-caliskan.com