Führung

Silke Franzen über psychische Belastungen
Silke Franzen über psychische Belastungen

Das Unsichtbare managen

Familiäre Verpflichtungen, Trauer oder Sorgen – jede und jeder von uns arbeitet unter Voraussetzungen, die andere nicht sehen. Pychologin Silke Franzen nennt dieses Bündel an individuellen Herausforderungen und psychischen Belastungen „das unsichtbare Gepäck“. Sie plädiert dafür, dieses Gepäck im Unternehmen sichtbar zu machen, bevor es so schwer wird, dass betroffene Mitarbeitende länger ausfallen. managerSeminare fragte die Psychologin, wie das gelingt.

Preview

Unsichtbares Gepäck: Warum psychische Belastungen häufig verborgen bleiben

Teufelskreis: Weshalb mögliche Anzeichen nicht thematisiert werden

Gesunde Führung: Wie Führungskräfte schwierige Gespräche beginnen

Der ROI des Handelns: Wie sich Prävention in Zahlen ausdrückt

Anwesenheitsboni und Leaveismus: Welche Kulturen einer Prävention im Weg stehen

Umdenken erlernen: Wie wir vorbehaltlos handeln


Cover managerSeminare 344 vom 30.10.2026Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 344

Frau Franzen, in Ihrem aktuellen Buch über psychische Belastungen in der Arbeitswelt sprechen Sie vom „unsichtbaren Gepäck“, das jeder Mensch mit sich herumträgt. Was meinen Sie damit?

Dr. Silke Franzen: Ich meine all das, was Menschen jeden Morgen mit zur Arbeit bringen, ohne dass man es sieht. Das können psychische Erkrankungen sein, aber auch, dass jemand gerade einen Angehörigen pflegt, sich in einer Trennung befindet, finanzielle Sorgen hat oder eine andere private Krise durchlebt. Solche Belastungen machen vor dem Firmentor nicht halt. Man sieht die Menschen im Meeting, am Schreibtisch, in der Videokonferenz – aber nicht das Gewicht, das sie gerade tragen. Die Belastungen wirken sich jedoch, je nachdem, wie groß sie sind, auf die Zusammenarbeit aus. Sie beeinflussen, wie wir denken, Entscheidungen treffen und mit anderen umgehen. Deshalb begleitet mich dieser Satz schon lange: „Auch Unsichtbares kann stören, es ist ja trotzdem da.“

Ist das Gewicht wirklich komplett unsichtbar? Manche Dinge aus dem Privatleben erzählen wir doch auch den Kollegen.

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