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Beitrag von Monika Pohl aus managerSeminare 344, November 2026
Von „Compassion Fatigue“ bis „Zoom Fatigue“: Von Mode-Irrtümern über die „echte“ Fatigue
Von Covid bis Krebs: Was klinische Fatigue auslöst
Blind Spot des BGM: Weshalb Organisationen das tiefe Energiedefizit schwer erkennen
Symptome in vier Dimensionen: Anzeichen für Fatigue
Wertschätzend helfen: Wie Führungskräfte Fatigue mit Fingerspitzengefühl adressieren
Entlastung ermöglichen: Welche Hilfestellungen die Organisation geben kann
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 344
Markus war immer derjenige, der in Meetings den Ton angegeben hat. Pointierte Wortmeldungen, schnelle Einschätzungen, gelegentlich ein trockener Witz. Seit einigen Wochen ist das anders. Er sitzt dabei, nickt, sagt wenig. Wenn er etwas sagt, wirkt es, als käme es mit Verzögerung – als müsse er jeden Satz erst mühsam zusammensetzen. Nach dem Mittagessen ist er kaum noch zu erreichen, auch wenn er physisch am Schreibtisch sitzt. Die Kolleginnen fragen sich, ob sie etwas falsch gemacht haben. Keiner spricht es an.
Jana ist eigentlich die Letzte, die um 17 Uhr noch im Büro ist. War sie zumindest. Seit einigen Monaten verlässt sie das Büro deutlich früher – manchmal mitten in einer laufenden Abstimmung. Termine bittet sie zu verschieben. Aufgaben, die sie sonst routiniert übernommen hätte, leitet sie weiter. Im Team kursieren Theorien: Probleme zu Hause? Neue Stelle in Aussicht? Die Unsicherheit wächst – niemand weiß, worauf man sich bei Jana noch verlassen kann.
Stefan hat vor einem Jahr die Einarbeitung neuer Teammitglieder fast im Alleingang gestemmt – geduldig, strukturiert, verlässlich. Heute fragt er Kolleginnen nach Dingen, die er eigentlich kennt. In gemeinsamen Dokumenten fehlen seine Beiträge oder kommen so spät, dass andere übernehmen. Im Gespräch wirkt er freundlich, aber irgendwie abwesend. Niemand versteht, was los ist. Auch, weil Stefan auf Fragen in Teammeetings und bei gemeinsamen Mittagspausen immer antwortet: „Es ist nichts, alles gut.“