Quiet Cracking in Unternehmen
Nach Quiet Quitting rollt der nächste Trendbegriff durch die Arbeitswelt: Quiet Cracking. Seit gut einem Jahr steht Quiet Cracking in den USA im Mittelpunkt vieler Debatten über die Arbeitswelt. Jetzt hat es der Begriff auch nach Deutschland geschafft und stößt Führungskräfte auf ein Phänomen, das sie oft erst viel zu spät bemerken: die funktionale Präsenz von Mitarbeitenden bei deren gleichzeitiger innerer emotionaler Erosion.
Führungskompetenz Zuhören
Am Anfang ihrer Führungskarriere hat Laura Bornmann viel geredet, bis sie gemerkt hat, dass es viel wichtiger wäre, zuzuhören – und zwar bewusst und intensiv. Doch genau das tun viele Führungskräfte nicht, beobachtet sie in ihrer aktuellen Rolle als HR-Beraterin. Paradoxerweise am wenigsten dann, wenn es am wichtigsten wäre. Überlegungen, mit Studien untermauert, wie das im hektischen Führungsalltag gelingt.
Thinkers50 Radar 2026
Wie müssen Organisationen ihre Führung und ihr Management ausrichten, wenn sie zukunftsfähig bleiben wollen? Die Personen, die dem aktuellen „Thinkers50 Radar“ angehören, geben Antworten. Ihnen wird das Potenzial zugeschrieben, künftig die Businesswelt zu prägen, denn mit ihren Konzepten sollen Organisationen Herausforderungen bewältigen können, die heute schon virulent sind – und morgen an Bedeutung gewinnen könnten. Auffällig im diesjährigen Radar: die Warnung, das „menschliche Betriebssystem“ im Hype um KI nicht zu vernachlässigen.
Flexibel arbeiten in Organisationen
Organisationen stecken in einem „Dazwischen“: Der Nine-to-Five-Job vor Ort ist passé. Der Versuch aber, organisationale Arbeit flexibel den Lebensrealitäten der Mitarbeitenden anzupassen, ist mit dem Platzen der New-Work-Blase auf der Strecke geblieben. Worauf es jetzt ankommt, ist erstens, eine andere Haltung zu „Work“ und „Life“ zu entwickeln. Und zweitens: bewährte Modelle gekonnt neu zusammenzumischen – wie ein DJ auf der Suche nach dem besten Sound.
Gehirn-Guide
Druck auf der Arbeit, Hektik in der Freizeit: Die subjektive Belastung, der wir uns ausgesetzt sehen, nimmt beständig zu. Problematisch wird es vor allem, wenn wir im Umgang damit die falschen Strategien verfolgen, sagt Neuromediziner und Wissenschaftler Volker Busch. Statt auf Stressreduktion oder eine balancierte Belastungssteuerung zu zielen, sollten wir lieber auf ein dynamisches Auf und Ab zwischen Gewicht und Gegengewicht setzen – wie auf einer Wippe.
Kognitive Gelassenheit
Druck im Job, Stress im Privaten, Horrornachrichten in den Medien – viele von uns fühlen sich zunehmend überfordert und gestresst. Um gegenzusteuern, ist eine Eigenschaft aktuell wichtiger denn je: Gelassenheit. Zu den bekanntesten Möglichkeiten, sie zu trainieren, gehören Meditations- und Achtsamkeitsübungen. Insbesondere Kopfmenschen tun sich mit solchen jedoch oft schwer. Stressexperte Martin-Niels Däfler mit einem kognitiven Ansatz, um die eigene Gelassenheit nachhaltig zu stärken.
Sonne, Mond und Erde
Wenn es in der Teamarbeit knirscht, liegt das in der Regel nicht an mangelndem Willen oder geringer Kompetenz der Mitglieder, sondern an dysfunktionalen Dynamiken, für die das Team keine gemeinsame Sprache besitzt. Das Modell „Sonne, Mond und Erde“ (SME) verleiht solchen Dynamiken nicht nur Worte, sondern macht sie auch bildlich sichtbar – wodurch sie greif- und bearbeitbar werden.
Speakers Corner
„Wir brauchen mehr Leistung!“ – Dieser Ruf hallt durch Unternehmen, Projekte und Meetings. Die Folge ist oft ein hektischer Aktionismus, hinter dem nichts anderes als eine große Leere steckt, jedoch keineswegs die gewünschte Effizienz, beobachtet der Methoden- und Strukturwissenschaftler Uwe Seebacher. Seine Befürchtung: Das moderne Management steuert mit vollem Tempo in die Erschöpfung – und übersieht, dass die Zukunft jenen gehört, die dem Anschein nach faul sind.
Führung meets Coaching
Martin Wehrle stellt eine Methode aus dem Coaching vor, die Führungskräfte nutzen können, um den Fokus ihrer Mitarbeitenden weg vom Problemdenken hin zum ressourcenorientierten Denken zu lenken.
Schlauer lernen
Henning Beck erklärt, warum Trainings Widerstände und potenzielle Gefahren bereithalten müssen.
Testgelesen
Von der Generation Z und den Millennials über die Generation X bis hin zu den Babyboomern: In vielen Unternehmen treffen heute bis zu vier Generationen aufeinander. Wie können Führungskräfte ein besseres Verständnis zwischen den Generationen fördern? Welche Methoden machen die Stärken jeder Altersgruppe nutzbar? Und auf welche Weise kann KI die Teamarbeit zwischen den Generationen unterstützen? Drei neue Bücher liefern Antworten.
Anna Dollinger in 'Characters'
Anna Dollinger ist Gründerin des Beratungsunternehmens noesis. Die Diplompsychologin arbeitet als Mediatorin, Teamcoach und Speakerin. Sie ist Autorin mehrerer Bücher zu Themen wie Change- und Komplexitätstrainings, Veränderungskompetenz sowie systemische Interventionen fürs Teamcoaching. Zu Letzerem hält sie aktuell eine Webinarreihe bei managerSeminare. Im Interview erzählt sie, was sie auch mal werden wollte, welche Diskussion über die Arbeitswelt sie aufregt und was sie als nächstes lernt.