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Beitrag von Karlheinz Schwuchow aus managerSeminare 337, April 2026
Caroline Stokes – Lotsin durch die Polykrise: Weshalb wir adaptive Intelligenz brauchen – und wie sie entsteht
Dina Denham Smith – Protagonistin der Emotionen: Weshalb kluge Führung heute emotionale Führung ist
George Newman – Archäologe des Geistes: Wie sich Kreativität und Innovationen ausgraben und fördern lassen
Christoph Seckler – Quantifizierer der Fehlerkultur: Welche To-dos auf die Forschung von Amy Edmondson aufsetzen
Luc Julia – Entmystifizierer der KI: Was Künstliche Intelligenz heute wirklich leistet – und was (auch künftig) nicht
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 337
„Kognitive Intelligenz“ kennen alle. Ebenso werden fast alle von uns „emotionale Intelligenz“ als Fähigkeit beschreiben können, eigene und fremde Gefühle richtig wahrzunehmen, zu steuern und zu nutzen. Über „Künstliche Intelligenz“ spricht ohnehin jede und jeder. Aber „adaptive Intelligenz“? Dieser Begriff dürfte vielen noch eher unbekannt sein. Genau wie der Name derjenigen Managementdenkerin, die ihn aufgreift, ihn in den Kontext einer Welt voller Krisen stellt und zur Kernfähigkeit von Führung erklärt. Es ist Caroline Stokes. Künftig könnte von ihr stärker die Rede sein, denn die US-amerikanische Beraterin hat Ende Januar eine besondere Aufmerksamkeit erfahren: Zusammen mit 29 anderen Managementexpertinnen und -experten aus Wissenschaft und Praxis wurde sie in den diesjährigen „Thinkers50 Radar“ der Londoner Initiative „Thinkers50“ gewählt.
In den Radar aufgenommen werden Personen, denen auf Grundlage von Nominierungen aus aller Welt und nach Bewertung durch eine Jury – gebildet aus der Thinkers50-Initiative sowie dem London Speaker Bureau – das Potenzial zugeschrieben wird, die Businesswelt von morgen mit neuen Denkansätzen und Konzepten zu prägen. Der Radar wird als Kartografie und Seismograf für die entscheidenden Herausforderungen gehandelt, vor denen Organisationen heute stehen und für die es – spätestens morgen – Lösungen braucht. Ein Blick auf die „Radar-Thinker“ und deren Überlegungen kann Organisationen, die sich zukunftsfähig aufstellen wollen, folglich wichtige Impulse und Blaupausen für ihre Management-, Führungs- und HR-Ausrichtung geben.
Auffällig im Radar 2026 ist ein Wechsel im Fokus. Dominierte 2024 und 2025 die Künstliche Intelligenz, markiert 2026 einen Übergang weg von der Tech-Euphorie hin zur Debatte über gesellschaftliche Verantwortung: Der Mensch rückt zurück in den Mittelpunkt. Den aufstrebenden Denkerinnen und Denkern geht es um nachhaltige Führungsmodelle in einer Zeit permanenter Unsicherheit, wachsender Fragmentierung, beschleunigter Technologie und zunehmender emotionaler Belastung. „Technologie ist die Infrastruktur, der Mensch der Architekt der neuen Businesswelt“, so lautet eine Quintessenz. Alte Gewissheiten hierarchischer Führung werden endgültig über Bord geworfen, denn die neuen Thinker sehen Führungskräfte in der Rolle des Architekten, nicht mehr als Machtausübende – auch nicht in Zeiten der Krise und trotz des wieder lauter werdenden Rufs nach einer starken Hand. Vielmehr spiegeln ihre Konzepte wider: Stärke zeigt Führung heute nicht durch Macht, sondern durch Menschlichkeit, Mut, moralische Klarheit, Inspiration und Verantwortungsübernahme. Die diesjährig in den Radar aufgenommenen Thinker betrachten Führung als hybrid und technikaffin, zugleich tief in sozialen und psychologischen Kompetenzen verankert. Fünf von ihnen – darunter Caroline Stokes – knüpfen ihre Ideen besonders deutlich an dieses Verständnis an: