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Beitrag von Sibylle Kallwitz aus managerSeminare 337, April 2026
Alter Arbeitsfrust, neuer Begriff? Dem Konstrukt Quiet Cracking auf der Spur
Variantenreicher Frust: Wieso Quiet Cracking im Spektrum der Arbeitsunzufriedenheit aus wissenschaftlicher Sicht kein Novum ist
Kontextuelle Betrachtung: Was Quiet Cracking als Form von Arbeitsunzufriedenheit ein spezielles Gepräge gibt
Zentrale Stellhebel: Was Unternehmen und Führungskräfte tun können, um der inneren Erosion der Arbeitszufriedenheit entgegenzuwirken
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 337
Nach außen hin ist alles in Ordnung: Deadlines werden eingehalten, Aufgaben zuverlässig erledigt, Fehlzeiten sind unauffällig, Fehler die Ausnahme. Führungskräfte können zufrieden sein mit solchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Oder etwa doch nicht?
Eine Online-Umfrage zur Arbeitszufriedenheit, die das US-Unternehmen TalentLMS im Frühjahr 2025 unter 1.000 US-Beschäftigten durchgeführt hat, schürt Zweifel daran. Ihr zufolge gibt es ein neues Phänomen: eine „schleichende und unsichtbare Erosion der Arbeitszufriedenheit von innen heraus“. TalentLMS hat dieses Phänomen – offenbar in Eigenregie – Quiet Cracking genannt. Als zentrale Auslöser für das „leise Knacken“ nennt die Firma zwei Punkte: Erstens, den fehlenden Glauben von Mitarbeitenden daran, eine Zukunftsperspektive im Unternehmen zu haben. Und zweitens ein Gefühl der Entfremdung: Betroffene fühlen sich in ihren Betrieben nicht gehört, gesehen und unterstützt. Rund 20 Prozent der Befragten, so das Ergebnis der Studie, erleben Quiet Cracking in der einen oder anderen Form häufig bis ständig, 34 Prozent gelegentlich. Die Folgen könnten mit der Zeit Disengagement, sinkende Produktivität und steigende Fluktuation sein, warnt TalentLMS.
Seit Veröffentlichung der Umfrage zählt Quiet Cracking in den USA zu den meistdiskutierten Arbeitsweltthemen. Und mittlerweile fragen sich auch hierzulande Führungskräfte: Ist das Thema relevant für uns? Oder handelt es sich dabei nur um ein neues Buzzword? Schließlich ist es noch nicht lange her, dass zwei ganz ähnliche Trendbegriffe die Runde machten. Im Jahr 2022 war viel von Quiet Quitting, der „stillen Kündigung“ die Rede. 2023 folgte das laute Pendant – Loud Quitting. Beide Konstrukte ergänzten das „alte“ Thema Mitarbeiterzufriedenheit um neue Facetten; sie ließen es quasi mit der Zeit gehen.