Unternehmen in der Coaching-Falle
In vielen Organisationen ist der Veränderungsdruck groß. Und ebenso groß ist die Empfänglichkeit für einfache Lösungen. Eine solche Lösung ist auch Coaching. Vor allem gruppenbezogenes Coaching wie das „Agile Coaching“ von Teams liegt im Trend. Darin geht es oft auch darum, Mitarbeitende mittels „Inner Work“ agil und leistungsstark zu machen. Doch diese Gleichung geht nicht automatisch auf, warnt Svenja Hofert. Die Wirtschaftspsychologin mit einem Plädoyer für mehr Augenmaß beim Coachingeinsatz.
Action Set für eine bessere Arbeitswelt
Die meisten Menschen bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Viele ahnen nicht einmal etwas von ihrem wahren Potenzial. Das ist nicht nur ein Verlust für sie selbst, sondern auch für die Unternehmen und die Gesellschaft als Ganzes, sagt Markus Väth. Ansätze und Methoden, um Talente und Stärken ans Licht zu bringen und (besser) zu entwickeln, liefert der Arbeitspsychologe im zweiten Teil dieser Serie über seinen Ansatz des Radikalen Arbeitens.
Konventionelle Aufstiegslogiken hinterfragen
Ob wir auf Karriere zielen, auf postmaterielle Werte oder auf sozialmediale Aufmerksamkeit – was wir als Erfolg betrachten, folgt den immergleichen Mustern, die auch von Experten und Ratgebermedien propagiert werden. Das kann zu einer doppelten Selbsttäuschung führen: Dann verfolgen wir Ziele, mit denen wir uns nicht wohlfühlen, und halten uns für individuell, obwohl wir die Vorgaben von anderen erfüllen. Höchste Zeit für eine emanzipierte Definition von Erfolg.
Neue Rollen für Arbeitgeber
Technologische, gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen erfordern von Unternehmen mehr als nur ein Reagieren. Wollen sie zukunftsfähig bleiben, sollten Organisationen die Strömungen der Zeit selbst aktiv gestalten. Und das gelingt nur gemeinsam mit den Mitarbeitenden. Organisationen müssen sich daher als Arbeitgeber neu definieren, betont Jörg Staff, Future Advisor des Zukunftsinstituts: Künftig sind sie in vier neuen Rollen gefragt.*
Arbeiten in der Always-on-Welt
Konzentriertes Arbeiten fällt vielen Menschen zunehmend schwerer. Begründet wird das oft mit den vielen (digitalen) Ablenkungen, die uns immer wieder aus der Konzentration reißen. Tatsächlich sind diese nur ein kleiner Teil des Problems. Der weit größere sind wir selbst. Denn unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, den Fokus längere Zeit auf eine Sache zu halten. Wie es trotzdem gelingt.
Teamentscheidungen ein- und durchführen
Entscheidungen in die Hände von Teams zu legen, war ein Trend, der im Zuge der Agilisierung von Organisationen aufkam. In der aktuell unsicheren wirtschaftlichen Lage gibt es allerdings Tendenzen zur Rolle rückwärts: Die Führungskraft soll wieder den Ton angeben. Doch auch – und gerade – in Krisenzeiten lohnen sich kollaborative Entscheidungen. Es braucht jedoch eine gute Vorbereitung der Teams und eine durchdachte Durchführung.
Der Leadership Compass
Führungskräfte befinden sich in einem Geflecht sehr unterschiedlicher Aufgaben und Erwartungen. Um sich darin nicht zu verlieren, müssen sie ihre Prioritäten kennen und Grenzen setzen. Das erfordert eine klare Definition der eigenen Führungsrolle mit Antworten auf die Frage: Wo soll meine Verantwortung enden – und die des Teams beginnen? Der Leadership Compass hilft, dies auszuloten und das eigene Rollenbild mit den Erwartungen des Teams abzugleichen.
Speakers Corner
Es ist in Führungskreisen fast so etwas wie ein Volkssport geworden, sich über die anspruchsvolle, aber angeblich leistungsunwillige, hyperempfindliche und nicht belastbare Generation Z zu beklagen. Dabei zeigt das Gejammer aus Sicht von Susanne Nickel bloß an, dass hier ein Problem verlagert wird. Denn wenn die New Hires im Unternehmen unzufrieden sind, wenn sie ihren Aufgaben nicht gewachsen sind oder rasch wieder kündigen, dann liegt das der Managementberaterin zufolge selten nur an den jungen Menschen selbst. Es liegt auch an der Art, wie sie geführt werden.
Führung meets Coaching
Martin Wehrle stellt eine Methode aus dem Coaching vor, die Führungskräfte nutzen können, um sicherzustellen, dass ihre Botschaften im Team so ankommen, wie sie gemeint sind.
Schlauer lernen
Henning Beck erklärt, warum optimistischere Menschen zielorientierter lernen.
Testgelesen
Kommunikation spielt im Führungsalltag eine zentrale Rolle: Sie entscheidet z.B. mit darüber, ob Teams motiviert arbeiten, Herausforderungen erfolgreich bewältigt und Ziele erreicht werden. Doch wie können Führungskräfte in unterschiedlichen Kontexten konstruktiv und wirkungsvoll kommunizieren? Wie lassen sich konfliktbelastete Gespräche souverän führen, ohne dass die Situation eskaliert? Und auf welche Weise können KI-gestützte Tools Führungskräfte dabei unterstützen, ihre Kommunikationsskills zu verbessern? Vier neue Bücher liefern Antworten.
Jacob Beautemps in 'Characters'
Dr. Jacob Beautemps betreibt den YouTube-Kanal „Breaking Lab“ mit über 700.000 Abonnenten. Der promovierte Physiker steht seit 2018 vor der Kamera und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen für die Naturwissenschaften zu begeistern. Sein Wissen gibt er jenseits von YouTube auch als Buchautor, Keynoter und Host der Dokureihe „Science for Future“ des SWR weiter. Im Interview erzählt er, was er auch mal werden wollte, welche Diskussion über die Arbeitswelt ihn aufregt und was er als nächstes lernt.