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Arbeiten in der Always-on-Welt
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Die Kunst der Konzentration

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Konzentriertes Arbeiten fällt vielen Menschen zunehmend schwerer. Begründet wird das oft mit den vielen (digitalen) Ablenkungen, die uns immer wieder aus der Konzentration reißen. Tatsächlich sind diese nur ein kleiner Teil des Problems. Der weit größere sind wir selbst. Denn unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, den Fokus längere Zeit auf eine Sache zu halten. Wie es trotzdem gelingt.

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Kognitive Selbstverstümmelung: Wie wir unsere Konzentrationsfähigkeit immer weiter zerstören

Aufmerksamkeit auftanken: Wann wir Pausen machen und wie wir sie gestalten sollten

Ortsabhängig konzentriert: Warum wir unterschiedliche Aufgaben in verschiedenen Räumen erledigen sollten

Ready to Flow: Wie wir den Zustand höchster Konzentration und Hyperproduktivität anlocken

Kognitiver Jungbrunnen: Wie sich Internetauszeiten auf unsere Konzentrationsfähigkeit auswirken


Cover managerSeminare 336 vom 27.02.2026Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 336

Ich, Henning Beck aus Frankfurt, wette, dass du, liebe Leserin, lieber Leser, es nicht schaffst, diesen Artikel am Stück zu lesen, ohne dich ein einziges Mal ablenken zu lassen – also gedanklich abzuschweifen, kurz aufs Handy zu schauen, oder, falls du den Text am Bildschirm liest, zwischendurch auf anderen Seiten herumzuklicken. Topp, die Wette gilt!

Was mich so sicher macht, die Wette zu gewinnen: Ich habe die Wissenschaft auf meiner Seite. Der Artikel umfasst ungefähr 2.700 Wörter. Wenn du die Pubertät hinter dir gelassen hast, beträgt deine Lesegeschwindigkeit etwa 250 Wörter pro Minute. Du brauchst also gut zehn Minuten, um den Artikel zu Ende zu lesen. Aus neurowissenschaftlicher Perspektive ist das eine kleine Ewigkeit. Denn die mittlere Aufmerksamkeitsspanne von Erwachsenen beträgt gerade einmal 70 Sekunden, ab dem 65. Lebensjahr noch rund 60 Sekunden. Heißt: Etwa jede Minute gönnt sich das Gehirn eine kleine Verschnaufpause – und schaltet dabei automatisch um in seinen Grundmodus: die Suche nach Neuem. Wenn du diesen Artikel liest, musst du also zehnmal dem Drang widerstehen, dich etwas anderem, etwas Neuem zuzuwenden. Zehn Chancen für mich, die Wette zu gewinnen – und zwar ziemlich gute.

Denn unsere Gier nach Neuem ist groß. Das liegt daran, dass das Gehirn über Jahrtausende unter geistiger Unterversorgung gelitten hat, es ist evolutionsgeschichtlich betrachtet geradezu ausgehungert. Und in diesem prekären Zustand findet es sich nun im digitalen Schlaraffenland wieder. Nachrichten, Neuigkeiten, noch und nöcher, nur ein paar Klicks entfernt. Kein Wunder, dass wir ständig die Beherrschung verlieren und uns ungezügelt wie ein Kind in der Schokoladenfabrik in den medialen Überfluss stürzen – statt konzentriert bei der Sache zu bleiben und etwa diesen Text zu Ende zu lesen. Übrigens dürftest du die Versuchung gedanklich abzuschweifen gerade spüren. Denn du liest seit rund zwei Minuten, wieder Zeit fürs Gehirn zum Durchatmen. Und da der Absatz gerade zu Ende ist …

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