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Beitrag von Jörg Staff aus managerSeminare 336, März 2026
Zukunft der Arbeit: Weshalb New Work nur die Spitze eines viel tieferen „Transformations-Eisbergs“ abgebildet hat
Arbeitgeber beyond Beschäftigung: Inwiefern die Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung neu definiert werden muss
Rolle 1 – Augmentation-Architektin: Wie Organisationen mit KI und Co. ein technosoziales Arbeiten etablieren
Rolle 2 – Ökosystem-Orchestrator: Auf welche Weise zukunftsorientierte Unternehmen für eine lebendige Lernumgebung sorgen
Rolle 3 – Human Companion: Wie zukunftsfähige Organisationen ihre Mitarbeitenden „in transition“ begleiten – und warum sie soziale Nähe fördern müssen
Rolle 4 – Resonanz-Kuratorin: Wie eine Wertegemeinschaft mit Widerhall entsteht
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 336
Der Wandel in der Gesellschaft und Arbeitswelt erfordert eine radikale Neuausrichtung von Unternehmen. Wenn Organisationen die Zukunft nicht einfach passiv und reaktiv auf sich zukommen lassen möchten, sondern selbst in die Hand nehmen und proaktiv gestalten wollen, müssen sie aktuelle Entwicklungen in der Gesellschaft und im Arbeitsleben aufgreifen und weiterdenken. Und hierzu brauchen sie Mitarbeitende, die mitziehen, die mitziehen können, wollen und dies auch tun. Damit aber sind Organisationen gefordert, die Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung grundlegend neu zu verstehen und zu leben.
Inzwischen hat sich gezeigt: Mit dem Umsetzen von New-Work-Ideen ist es dabei nicht getan. Anfangs mag dies noch nach echtem Aufbruch ausgesehen haben, weil klassische Arbeitsstrukturen hinterfragt worden sind. So war die sogenannte New-Work-Bewegung im deutschprachigen Raum lange von Versprechen wie Flexibilität, Selbstbestimmung und flachen Hierarchien geprägt. Das Problem aber war: Die Ideen folgten meist nur dem Wellbeing und ihrem Selbstzweck. Dazu passend bedienten sich viele Arbeitgeberrankings Kriterien wie „Zufriedenheit mit dem Gehalt“ und „ansprechende Unternehmenskultur“. Tatsächlich jedoch verharren diese Ansätze in einer Bequemlichkeitszone und bilden lediglich die Fassade einer viel tiefer greifenden Transformation ab. Diese vollzieht sich durch äußere Entwicklungen wie die geopolitischen Veränderungen, das Fortschreiten der Digitalisierung durch KI, die Flexibilisierung menschlicher Lebensentwürfe – und müssen von Organisationen gezielt aufgegriffen und von innen heraus gestaltet werden. In der jetzigen Ära kommt es folglich darauf an, neue Maßstäbe im Miteinander zu setzen: Es gilt, ein menschenzentriertes Ökosystem zu begründen, in dem gemeinsam gelernt und Fortschritt gestaltet und eine höhere Produktivität erzielt werden kann.
Hierzu müssen sich Organisationen neu definieren und eine Haltung aufgeben, die jahrzehntelang als selbstverständlich galt: Der Arbeitgeber der Zukunft ist als Organisation kein klassischer Versorger der Mitarbeitenden mit Jobs und Gehalt mehr. Er wird vielmehr zum Möglichkeitsraum sowie zum Co-Creator im Entwickeln individueller Lebensentwürfe. Arbeitgebende der Zukunft sind nicht Bewahrer bisheriger Arbeit und Geschäfte, sondern Gestalter – mutig, lernend, vernetzend, mit gesellschaftlicher Verantwortung und experimenteller Offenheit. Basierend auf der Studie „13 Trends für die Zukunft der Arbeit“ des Zukunftsinstituts (vgl. Kasten „Mehr zum Thema“ und Tutorial) und den globalen Enwicklungen lässt sich ableiten: Zukunftsfähige Organisationen üben im Wesentlichen vier Rollen „beyond Beschäftigung und Versorgung“ aus.