Entfesselt arbeiten

Die lebendige Organisation

Zielvereinbarungen, Boni und Co. – viele Organisationen glauben immer noch, nur auf diesem Weg ihren wirtschaftlichen Erfolg sicherstellen zu können. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Die Vorgaben, Prozesse, Regeln und Leistungsanreize nehmen den Mitarbeitenden – und damit letztlich der Organisation – ihre Lebendigkeit. Denn sie hindern sie daran, ihre Energien zu entfalten und ihre Potenziale einzubringen, kreativ, mutig und experimentierfreudig zu sein – also all das zu sein und zu machen, was Unternehmen heute bräuchten.

 

 

Lebendigkeit ist die am meisten unterschätzte Dimension für Unternehmenserfolg. Davon ist zumindest Prozessbegleiterin Silke Luinstra überzeugt. Doch wie werden Unternehmen (wieder) lebendiger? Durch New Work natürlich, dürfte die Antwort vieler lauten, gilt das neue Arbeiten doch als Zauberformel für mehr Partizipation, Augenhöhe und Selbstorganisation. Doch so reflexhaft die Antwort kommen mag, so wenig ist sie tauglich, zumindest dann nicht, wenn New Work als Ansatz begriffen wird, der sich in der Etablierung von Scrum oder Holacracy erschöpft und gar verkürzt als Synonym für mobiles und flexibles Arbeiten steht. 

 

Was ist wirkliche New Work – gewissermaßen New New Work?

 

Bei wirklicher New Work – also gewissermaßen „New New Work“ – gilt es laut Luinstra vielmehr, grundsätzliche Missstände in Unternehmen anzugehen. Etwa die Tatsache, dass Menschen sinnlose Arbeit verrichten, die nur dazu da ist, interne Vorgaben zu erfüllen. Den Umstand, dass Mitarbeitende – trotz Sonntagsreden über Augenhöhe – immer noch paternalistisch behandelt werden. Oder dass sie „ins Boot geholt werden“, statt ihnen zuzutrauen, selbst Boote zu bauen. Im diesmaligen Titelthema liefert Luinstra Anregungen, wie sich Lebendigkeit in Unternehmen (wieder) entfesseln lässt. 

 

Nicken, Aussagen wiederholen, zustimmend grunzen … beim sogenannten aktiven Zuhören geht es darum, dem Gegenüber zu zeigen, dass man voll und ganz bei ihm ist. Notwendig ist all das jedoch im Grunde nur, wenn man genau das nicht ist oder den Gesprächspartner in eine bestimmte Richtung lenken möchte. Will man dagegen wirklich Neues erfahren und Tiefe in ein Gespräch bringen, sollte man den Fokus vielmehr darauf legen, eigene Erwartungen und Bewertungen beiseitezuschieben – und einfach zuhören. „Ziellos zuhören“ nennt die Kommunikationsberaterin Anja Niekerken diese reine Form des Zuhörens. Die ist ungleich schwerer als aktives Zuhören, lässt sich aber ebenfalls erlernen. Mehr dazu in dem Beitrag mit den lustigen Hasenohren.

 

Viel Spaß beim Lesen der neuen Ausgabe! Die weiteren Themen lauten übrigens:

 


Der Beitrag wurde geschrieben von

Nicole Bußmann
Nicole Bußmann, Chefredaktion managerSeminare seit 1999, Chefredaktion Training aktuell seit 1995. Ausbildung: Studium der Publizistik, Anglistik, Romanistik.
23.04.2021
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