Keep Management in Organisationen
Wenn der Transformationsdruck groß ist, neigen Unternehmen dazu, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Heißt: Sie verändern nicht nur das, was verändert werden muss, sondern auch das, was gut funktioniert und (eigentlich) ein solides Fundament sein kann, um Zukunft zu bauen. Der Ansatz des Keep Managements hilft, dem Überaktionismus entgegenzuwirken und Verändern und Bewahren in produktive Balance zu bringen.
Thinkers50 Radar 2026
Wie müssen Organisationen ihre Führung und ihr Management ausrichten, wenn sie zukunftsfähig bleiben wollen? Die Personen, die dem aktuellen „Thinkers50 Radar“ angehören, geben Antworten. Ihnen wird das Potenzial zugeschrieben, künftig die Businesswelt zu prägen, denn mit ihren Konzepten sollen Organisationen Herausforderungen bewältigen können, die heute schon virulent sind – und morgen an Bedeutung gewinnen könnten. Auffällig im diesjährigen Radar: die Warnung, das „menschliche Betriebssystem“ im Hype um KI nicht zu vernachlässigen.
Bürokratieabbau bei Signal Iduna
Warum bremsen sich Organisationen oft selbst aus? Die Stanford-Professoren Robert I. Sutton und Huggy Rao sehen die Ursache im bürokratischen Ballast: Sinnlos gewordene Regeln, Abstimmungsschleifen und Prozesse wirken wie Sand im Getriebe der Organisation. Sie erzeugen „Friction“ – Reibung – und kosten die Mitarbeitenden Zeit und Energie, die dann an anderer Stelle fehlen. Was sich gegen den Ballast tun lässt, zeigt ein Pilotprojekt bei Signal Iduna.
Reflexionsräume in Veränderungsprozessen
Viele Probleme in Veränderungsprozessen resultieren daraus, dass Organisationen sich kaum Zeit nehmen, den eingeschlagenen Kurs zu überprüfen. Regelmäßige Reflexion hilft, blinde Flecken aufzudecken und Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Zwei spielerische Methoden sind dabei nach Erfahrung der Beraterinnen Anna Dollinger und Katharina Fehse besonders wirksam – vor allem, wenn sie mit einem speziellen analytischen Instrument verknüpft werden.
Veränderungsfähigkeit stärken
Organisationen müssen in einer volatilen Welt nicht nur lernen, sondern auch verlernen, um anschlussfähig zu bleiben. Will heißen: Sie müssen eingetretene Denk- und Handlungspfade bewusst verlassen. Doch fürs Verlernen sind Systeme – ob biologische wie das menschliche Gehirn oder soziale wie Organisationen – nicht gemacht. Sie halten lieber an dem fest, was bisher funktioniert hat. Unmöglich ist Verlernen dennoch nicht. Der Schlüssel liegt in klugen Störungen an der Schnittstelle zwischen Psychologie und systemtheoretisch fundierter Organisationsgestaltung.
Petersberger Trainertage 2026
Wandel scheitert selten an fehlenden Methoden und Tools. Er scheitert am menschlichen Unbewussten. An organisationalen Mustern. An den Paradoxien, die Organisationen von Grund auf ausmachen. Bei den Petersberger Trainertagen 2026 zeigte sich entlang von sechs Keynotes: Wer Unternehmen erfolgreich verändern will, braucht kein oberflächliches Change-Tschakka. Er braucht ein tiefes Verständnis für psychologische Dynamiken, einen scharfen Blick aufs System, den Mut zum Konflikt und die Fähigkeit, Menschen wirklich zu erreichen.
Die lahmgelegte Organisation
Veränderung und Innovation gelten als unverzichtbar; trotzdem herrscht in vielen Unternehmen Stillstand. Ein Grund: Führungskräfte und Mitarbeitende tappen immer wieder in spezifische Denkfallen, die Entwicklung verhindern. Ihr Hirn gaukelt ihnen vor, verantwortungsvoll mit Change umzugehen. Dabei liefert es ihnen in Wahrheit nur scheinbar vernünftige Begründungen dafür, Veränderung abzulehnen. Innovationsexperte Jens Möller zeigt, wie sich der Selbstbetrug erkennen und überwinden lässt.
Astrid Schulte in Speakers Corner
Was ist die Ursache dafür, dass so viele Veränderungsvorhaben scheitern? Die transformationserfahrene Unternehmerin Astrid Schulte glaubt: Dabei spielen zwar viele Faktoren eine Rolle, einer aber wird viel zu selten gesehen: die Unehrlichkeit und Unaufrichtigkeit, mit der Verantwortliche in Unternehmen an Prozesse des Wandels herangehen. Unehrlichkeit nicht nur den Mitarbeitenden, sondern auch sich selbst gegenüber.