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Petersberger Trainertage 2026
Petersberger Trainertage 2026

Stark im Wandel(n)

Wandel scheitert selten an fehlenden Methoden und Tools. Er scheitert am menschlichen Unbewussten. An organisationalen Mustern. An den Paradoxien, die Organisationen von Grund auf ausmachen. Bei den Petersberger Trainertagen 2026 zeigte sich entlang von sechs Keynotes: Wer Unternehmen erfolgreich verändern will, braucht kein oberflächliches Change-Tschakka. Er braucht ein tiefes Verständnis für psychologische Dynamiken, einen scharfen Blick aufs System, den Mut zum Konflikt und die Fähigkeit, Menschen wirklich zu erreichen.

Preview

Unbewusste Blockaden: Was Change-Aversion mit neuronalen Mustern zu tun hat

Life Achievement Award 2026 für Noni Höfner: Auszeichnung für eine liebevolle Provokateurin

Modeberatung mal anders: Warum Managementmoden Change-Hürde und -Booster zugleich sind

Systemtheoretische Entzauberung: Wieso Win-win bei Veränderungsprozessen ein Mythos ist

Zauber der Resonanz: Was Change mit Kontaktqualität zu tun hat und wie man diese fördern kann


Cover managerSeminare 339 vom 29.05.2026Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 339

„Krass”, sagt einer aus dem Publikum in die Stille hinein, Sekunden nachdem der Ton auf der Bühne verklungen ist. Da stehen ein Mann und eine Frau. Beide halten eine Stimmgabel in den Händen. Der Mann hat seine gerade angeschlagen, ganz sachte. Und die Gabel der Frau hat der ersten geantwortet. Obwohl sie selbst gar nicht berührt wurde, schwingt sie. Auch dann noch, als der Mann den Ton seiner Stimmgabel längst mit der Hand erstickt hat. Was dahintersteckt, ist Resonanz, ein physikalisches Phänomen. Und auch ein soziales. Vor allem im Kontext von Wandel. Resonanz, so erklärt es der Mann auf der Bühne dem Publikum, ist kein Echo. Resonanz ist ein Widerhall, eine Antwort. Sie entsteht dann, wenn sich Menschen verstanden fühlen, wenn man sie auf ihrer Wellenlänge erreicht. Dann sind sie bereit, sich auf Wandel einzulassen und ihn mitzugestalten.

In Resonanz: Weiterbildner Sören Flimm und managerSeminare-Chefredakteurin Nicole Bußmann demonstrieren via Stimmgabel-Experiment, dass gemeinsame Wellenlänge wichtig ist – nicht zuletzt, wenn man Menschen für Change gewinnen will.

Lucas Heinz/managerSeminare

Der Mann heißt Sören Flimm und steht hier als Keynote Speaker auf der Bühne. Und die Frau, die er eben zu sich aufs Podium geholt hat, damit sie ihn bei seinem Experiment unterstützt, ist Nicole Bußmann, Chefredakteurin des Magazins managerSeminare und Gastgeberin des Kongresses Petersberger Trainertage. Es ist Samstag, der 25. April 2026. Die Szene spielt sich im Bankettsaal des Steigenberger Grandhotels auf dem Petersberg in Königswinter ab und die 250 Weiterbildenden, PE-Professionals und Führungskräfte im Saal erleben mit Flimms Keynote gerade den Abschluss zweier inhaltsreicher Kongresstage, die unter dem Motto „Stark im Wandel(n)” standen. „Man kann das lesen wie ‚stark sein in Zeiten des Wandels’. Man kann es aber auch verstehen wie ‚stark sein im Wandeln’“, hat Bußmann beim Kongressauftakt am Vortag erklärt. Der Claim markiere also eine Evolution: vom resilienten Erdulden von Veränderung hin zum aktiven Gestalten.

En miniature hat Kongressmoderator Ralf Schmitt besagte Evolution bereits in den ersten Minuten der Veranstaltung bildhaft vorweggenommen. Da saß er meditierend auf einem Podest auf der Bühne, im noch abgedunkelten Saal, während über die LED-Walls zu seiner Linken und Rechten ein Panoptikum von Schreckensmeldungen der vergangenen Monate flirrte. Krisen. Kriege. Katastrophen. Wilde Schnitte. Harte Cuts. Dazwischen eine Frauenstimme aus dem Off, die sich nicht entscheiden konnte zwischen meditativem „Alles wird gut” und panisch-überfordertem „Alles bricht auseinander”. Es gab schon fröhlichere Auftaktmomente in den 19 Jahren der Petersberger Trainertage. Doch die aktuelle Welt- und Wirtschaftslage lässt sich nicht gut weglachen.

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