Ja, aber ...-Reaktionen zu Lösungen umwandeln

Ja, aber ...-Reaktionen zu Lösungen umwandeln

Ein Teammitglied fragt Sie um Rat und Sie schlagen eine Möglichkeit vor. Die Antwort auf Ihren Vorschlag ist „Das ist eine gute Idee, aber …“. Solche Sätze kennt fast jeder, egal ob im beruflichen oder privaten Bereich.

Als Führungskraft oder auch Seminarleitung begegnen Ihnen solche Entgegnungen wahrscheinlich häufiger. Das „Ja, aber…“-Muster ist mehr als nur eine sprachliche Gewohnheit, es ist oft ein Symptom für tieferliegende Dynamiken. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass eine „Ja, aber…“-Antwort nicht immer negativ zu sehen ist, denn es zeigt, die Person denkt mit und hat Bedenken. Um dieses Muster zu durchbrechen, ist es hilfreich, die eigentliche Motivation dahinter zu erfragen.

 

Vier Motivationen hinter dem „Ja, aber …“ und Lösungsideen

 

1. „Es ist viel schwieriger, als du denkst.“

Die Mitarbeiterin hat schon Lösungen ausprobiert, die nicht zum Erfolg geführt haben, daher wird Ihr Vorschlag abgelehnt, um zu beweisen, dass niemand das Problem lösen kann.

Systemische Reaktion: „Du sprichst aus Erfahrung. Was müsste dieses Mal anders sein, damit es funktionieren könnte?“

 

2. Perfektionismus-Falle

Der Mitarbeiter kann nur eine Entscheidung treffen, wenn alle Alternativen, Konsequenzen und Wahrscheinlichkeiten bekannt sind. Viele Entscheidungen müssen auch bei unvollständigen Informationen getroffen werden. Der Mitarbeiter sagt z.B.: „Grundsätzlich stimme ich zu, aber es gibt noch viele ungeklärte Details.“

Systemische Reaktion: „Welches Detail müsste geklärt sein, damit du sagen könntest, „Ja, das probieren wir aus?“

 

3. Bedenken

Bedenken oder Ängste blockieren die Entscheidung. Die Mitarbeiter sind zögerlich, „Das wäre gut, wenn es funktionieren würde, aber es kann genauso gut auch scheitern.“

Systemische Reaktion: „Wie würdest du entscheiden, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern kannst?“

 

4. Ambivalenz: „Ich will, aber ich traue mich nicht.“

Die Mitarbeiterin möchte etwas verändern, sie scheut aber den neuen Schritt zu wagen. Die Ambivalenz drückt sich aus in „Eigentlich möchte ich schon, aber ich weiß nicht, ob ich das hinbekomme.“

Systemische Reaktion: „Auf einer Skala von 0 bis 10: Wie wichtig ist dir diese Veränderung wirklich? Woran machst du die {Zahl} fest?“

 

Grundsätzlich gilt bei „Ja, aber …“-Reaktionen, dass Sie nicht mehr Vorschläge liefern, sondern das „Aber“ verstehen. Sollten Sie trotz systemischer Fragen nach drei „Ja, aber …“-Runden nicht weiterkommen, dann durchbrechen Sie den Dialog. Sprechen Sie Ihre Beobachtung direkt neutral und ohne Bewertung an.

 

Wie Sie systemische Fragen optimal in Gesprächen und insbesondere in Führungssituationen einsetzen und so für Klarheit sorgen und dadurch zu Lösungen führen, lesen Sie in der Neuerscheinung „Das systemische Mitarbeitergespräch“ von René Laxy. Sie finden die 12 wirksamsten Fragetypen und Anlässe für deren Einsatz im Mitarbeitergespräch.

Abbildung des Buches

 

TK-Tipp vom 21.09.2026

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