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Beitrag aus managerSeminare 343, Oktober 2026
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Testgelesen von Hanjörg Beger
Klassische persönliche Recruitinggespräche sind auch in Zeiten von KI und automatisierten Recruitingprozessen ein zentrales Instrument der Personalauswahl. Doch New Work, Fachkräftemangel und veränderte Erwartungen an Sinn, Inhalt und Gestaltung von Arbeit erfordern ein Umdenken bei der Gesprächsführung. Steffen Busch, selbst erfahrener Recruiter und Headhunter, konzentriert sich in seinem Buch ganz auf das Recruitinggespräch. Praxisnah arbeitet er heraus, welche Faktoren und Aspekte zu einem erfolgreichen Interview beitragen können – von der Organisation und dem Einsatz von KI und Videocalls über die Bewertung von Kandidatinnen und Kandidaten bis hin zu Employer Branding. Besonderes Gewicht legt Busch auf die Haltung der Recruiterinnen und Recruiter im Gespräch. Er plädiert für ein Rollenverständnis, das in Teilen an die Arbeit eines Coachs erinnert: Interviewende sollten das eigene Verhalten reflektieren, sich bewusst zurücknehmen und ihrem Gegenüber mit aufrichtiger Neugier begegnen. Eine wichtige Rolle spielen dabei systemische Fragetechniken. Busch stellt viele Fragen und Methoden für die Praxis vor, darunter Reframing, „Drivers Questions“, paradoxe Fragen und Unterschiedsfragen. Sie sollen helfen, eingeübte Standardantworten zu durchbrechen und einen differenzierteren Einblick in die Motive, Denkweisen und Einstellungen der Bewerberinnen und Bewerber zu gewinnen.
| Informationsdichte | Auf rund 100 Seiten liefert das Buch klare Beschreibungen von Faktoren, die zum Erfolg von Recruitinggesprächen beitragen können. Die Informationen sind angenehm portioniert und gut lesbar aufbereitet. Punkte: 3 von 4 |
| Visuelle Gestaltung | Es handelt sich um einen schmalen Band im Taschenbuchformat. Im Innenteil finden sich keine Bilder, sondern nur einige grafisch hervorgehobene Kästen mit weiteren Informationen zu Fachbegriffen. Ansonsten überwiegt der Fließtext, der sich aber mit der vom Verlag gewählten Schriftgröße und -art gut lesen lässt. Punkte: 3 von 4 |
| Gliederung | Das Buch umfasst vier gut strukturierte Kapitel, die einem klaren roten Faden folgen und wesentliche Aspekte eines erfolgreichen Recruitinggesprächs systematisch durchdeklinieren. Punkte: 3 von 4 |
| Verständlichkeit | Die Sprache ist durchgehend einfach, klar und gut verständlich. Die Texte sind so formuliert, dass die Inhalte auch ohne umfangreiches Vorwissen gut nachvollzogen werden können. Fachbegriffe kommen nur dort zum Einsatz, wo sie für das Verständnis des Themas notwendig sind. Weniger geläufige Begriffe werden in Infokästen kurz und verständlich erklärt. Punkte: 3 von 4 |
| Eignung | Das Buch richtet sich an Führungskräfte und Personalverantwortliche, die ihr Wissen rund um das Recruitinggespräch kompakt auffrischen möchten. |
| Relevanz | Der Schwerpunkt des Buches liegt auf dem Recruitinggespräch selbst und damit auf einem vergleichsweise eng umrissenen Ausschnitt des gesamten Recruitingprozesses. Die Stärke dieses Buches liegt vor allem in der kompakten und praxisnahen Aufbereitung: Wer konkrete Anregungen für bessere Recruitinggespräche sucht, bekommt hier schnell hilfreiche Impulse an die Hand. Punkte: 2 von 4 |
Testgelesen von Irene Lamberz
Im Vergleich zu vielen anderen Büchern zum Thema Diversity ist diese Neuerscheinung von Verena Schmidt ein praxisorientiertes Handbuch, das diesen Namen verdient – auch wenn der Zusatz auf dem Cover gar nicht auftaucht. Der Untertitel „Chancen erkennen, Potenziale nutzen“ bedeutet in diesem Fall, dass sich das Buch ganz klar an Fragestellungen und Zielen orientiert, die für HR und Führungskräfte relevant sind. Nach einer komprimierten Einführung in die „Grundlagen“ (z.B. „Unconscious Bias“, „Leiter der Verantwortung“) rückt die Autorin einen entscheidenden „Paradigmenwechsel“ in den Fokus: Diversität bedeutet keinen Kompetenzverlust, wenn Veränderungen aktiv gestaltet werden. Wie das gelingen kann, zeigt sie anschließend entlang des gesamten Mitarbeiterzyklus. Von Recruiting und Onboarding über die Personalentwicklung bis hin zur Mitarbeiterbindung stellt sie konkrete Maßnahmen vor – und berücksichtigt dabei nicht nur deren Umsetzung, sondern auch Möglichkeiten, ihre Wirksamkeit zu messen und zu überprüfen. Dabei nimmt Schmidt unterschiedliche Aspekte von Diversität in den Blick, darunter Gender und kulturelle Vielfalt, verschiedene Bildungshintergründe sowie die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen, und arbeitet für die jeweiligen Zielgruppen passende Strategien aus. Zur Sprache kommen beispielsweise die Erweiterung des Bewerberpools, die Gestaltung von Stellenausschreibungen und die Nutzung externer Netzwerke ebenso wie faire Beförderungsprozesse, Mitarbeiterbefragungen oder die systematische Analyse von Fluktuationsgründen. Dass die Autorin ihre Argumente für mehr Vielfalt in der Belegschaft nicht nur ausgewogen und sachlich darlegt, sondern auch mit sorgfältig recherchierten Quellen untermauert, verstärkt den soliden und fundierten Eindruck, den dieses Praxishandbuch hinterlässt.
| Informationsdichte | Trotz der Fülle an Inhalten, die auf 236 Seiten kompakt aufbereitet sind, bleibt das Buch gut zugänglich. Die einzelnen Kapitel lassen sich unabhängig voneinander nutzen, um konkrete Fragestellungen nachzuschlagen und schnell passende Argumente und anschauliche Beispiele zu finden. Als praxisorientiertes Nachschlagewerk überzeugt es mehr denn als einführende Lektüre. Punkte: 3 von 4 |
| Visuelle Gestaltung | Die Aufmachung des Buches ist erfrischend, man nimmt es gerne in die Hand. Trotz des gängigen Mottos „bunt“ vermittelt das Einbandfoto einen klaren und modernen Eindruck. Leere Zwischenseiten zwischen den Kapiteln sorgen für Übersichtlichkeit. Die gut lesbare Schrift wird durch Tabellen und Grafiken ergänzt und illustriert. Punkte: 4 von 4 |
| Gliederung | Das Buch überzeugt in puncto Anwendungsorientierung: In übersichtlicher, teils stichwortartiger, aber immer verständlicher Sprache werden in jedem Kapitel konkrete Strategien zur Umsetzung vorgestellt. Zwischenüberschriften sorgen für Übersichtlichkeit. Punkte: 4 von 4 |
| Verständlichkeit | Die Autorin arbeitet mit einer klaren, empathischen Sprache die Chancen und Potenziale von Diversität heraus. Sie untermauert ihre Strategievorschläge mit praktischen Beispielen. Durch die Mischung aus Erfahrung, fundierten Fakten und Kenntnissen unternehmerischer Abläufe und Herausforderungen erscheint der Text nie oberflächlich, sondern hat fachlichen Tiefgang und bleibt dennoch verständlich und praxisnah. Punkte: 4 von 4 |
| Eignung | Das Buch richtet sich sowohl an Personalverantwortliche als auch an Führungskräfte. Führungskräften ist unter anderem ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem Führung als zentrale Grundlage für gelingende Diversität positioniert wird („Warum gute Führung so wichtig ist“). |
| Relevanz | Das Buch trifft den Puls der Zeit. Verena Schmidt setzt sich mit relevanten Themen wie Bias, Blinde Flecken, Voreingenommenheit und Inklusion auseinander. Sie zeigt praxisnah, wie Unternehmen Vielfalt entlang des gesamten Mitarbeiterzyklus fördern und damit zusätzliche Fachkräftepotenziale erschließen können. Punkte: 4 von 4 |
Testgelesen von Manuela Morelli
In ihrem Buch „KI im Personalwesen“ zeigt Manuela Lindlbauer, dass dem Personalwesen eine tiefgreifende technische Revolution hinsichtlich Künstlicher Intelligenz (KI) bevorsteht. In acht Kapiteln beschreibt sie, wie sich insbesondere das Recruiting wandeln wird und zeigt auf, welche Aufgaben KI bereits übernimmt und übernehmen kann. Gleichzeitig nimmt sie Ängste vor der Technologie, indem sie deren Grenzen aufzeigt und verdeutlicht, welche Fähigkeiten auch künftig dem Menschen vorbehalten bleiben. Die Autorin vertritt die These, dass KI – vorausgesetzt, sie wird sinnvoll eingesetzt und transparent kommuniziert – zu einem wichtigen Instrument der Wertschöpfung im Personalwesen werden kann. Neben den theoretischen Inhalten widmet sich Lindlbauer in ihrem Buch auch der Frage, wie HR KI in der Praxis sinnvoll, transparent und unter Berücksichtigung von Ethik und Datenschutz einführen kann. Eine praxisorientierte To-do-Liste liefert dafür Anhaltspunkte. Darüber hinaus erläutert sie praxisnah die Grundlagen des Promptings und stellt KI-Agenten vor, die Recruitingprozesse künftig weit über die bisherige Automatisierung hinaus verändern könnten. Abschließend wagt Lindlbauer einen Blick in die Zukunft. Sie diskutiert, welche Berufe verschwinden, welche neuen Tätigkeitsfelder entstehen und weshalb die Auseinandersetzung mit KI für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen unverzichtbar ist. Dabei betont sie, dass technologische Umbrüche schon immer Ängste ausgelöst haben – ähnlich wie einst die Dampfmaschine –, langfristig jedoch neue Chancen schaffen.
| Informationsdichte | Insgesamt ist die Informationsdichte hoch. Die Autorin zeigt die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von KI im Personalwesen, insbesondere im Recruiting, sowie deren Bedeutung für die Zukunft von HR auf. Einzelne Themen und Beispiele werden mehrfach aufgegriffen, was die Zusammenhänge und die enge Verzahnung der verschiedenen Anwendungsfelder verdeutlicht. Punkte: 3 von 4 |
| Visuelle Gestaltung | Das Buch ist ansprechend und lesefreundlich gestaltet. Am Ende jedes Kapitels fasst die Rubrik „Auf einen Blick“ die wichtigsten Inhalte kompakt zusammen. Zudem werden zentrale Kernaussagen grau hervorgehoben. Sie regen zum Nachdenken an und bieten den Leserinnen und Lesern Denkanstöße. Punkte: 4 von 4 |
| Gliederung | Das Buch ist logisch aufgebaut und folgt einer klaren Struktur, wodurch die Lesenden gut durch die Thematik geführt werden. Die Inhalte bauen aufeinander auf. Aus diesem Grund eignet es sich weniger zum selektiven Lesen einzelner Kapitel. Punkte: 4 von 4 |
| Verständlichkeit | Die Autorin verzichtet weitgehend auf Fachjargon und theoretische Überfrachtung. Stattdessen stellt sie praxisnahe Erfahrungen in den Mittelpunkt und beschreibt konkrete Tools und Strategien. Dabei zeigt sie sowohl, was in der Praxis bereits funktioniert, als auch, wo noch Grenzen bestehen. Insgesamt vermittelt sie ein realistisches Bild davon, wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann, ohne die Leserinnen und Leser zu überfordern. Punkte: 4 von 4 |
| Eignung | Das Buch richtet sich in erster Linie an HR-Managerinnen und HR-Manager, die den Anschluss an die rasante Entwicklung der KI nicht verpassen möchten. Ebenso spricht es Geschäftsführende an, für die das Recruiting Chefsache ist. Darüber hinaus eignet es sich für alle, die trotz technologischen Fortschritts den Menschen in den Mittelpunkt stellen und das Potenzial smarter Technologien sinnvoll nutzen wollen. |
| Relevanz | Das Buch kommt zur richtigen Zeit und bietet praxisnahe Orientierung für den Einstieg in den KI-Einsatz im Personalwesen und Recruiting. Es vermittelt ein konkretes Verständnis dafür, wie die ersten Schritte in der Anwendung aussehen können und welche Vorgehensweisen sinnvoll sind. Viele der beschriebenen Tools und Ansätze sind meiner Meinung nach bereits bekannt, sodass grundlegende Neuerungen ausbleiben. Als kompakte Übersicht für erste praktische Schritte ist das Werk dennoch hilfreich. Punkte: 3 von 4 |
Die Testlesenden: Hanjörg Beger war über mehrere Jahre als Personalchef in globalen Unternehmen tätig – zuletzt bei Hapag-Lloyd – und hat verschiedene komplexe Reorganisationen durchgeführt. Heute coacht und berät er Führungskräfte, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Kontakt: linkedin.com/in/hanjoerg-beger
Dr. Irene Lamberz ist Beraterin mit den Schwerpunkten Personalmanagement, Diversity, Recruiting und Organisationsentwicklung. Von 2012 bis 2022 leitete sie das Kompetenzzentrum für Studium und Beruf der Universität Koblenz-Landau am Campus Landau. Heute ist sie als Geschäftsführerin der MigräneLiga e.V. Deutschland tätig. Kontakt: migraeneliga.de
Manuela Morelli arbeitet als Personalberaterin beim Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Aargau in der Schweiz. Ihre berufliche Leidenschaft ist es, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten – sei es durch gezielte Weiterbildung, berufliche Neuorientierung oder der Stärkung individueller Kompetenzen. Kontakt: linkedin.com/in/manuelamorelli
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