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Beitrag von Volker Busch aus managerSeminare 343, Oktober 2026
Mentaler Muskel: Warum der Glaube, Herausforderungen bewältigen zu können, Training braucht
Schöne Aussicht: Wie wünschenswerte Ziele und klare Wege zuversichtlich machen
Held im Spiegel: Woran man sich erinnern muss, um nach vorne zu gelangen
Aktives Hinwenden: Warum für Zuversicht Handeln wichtiger ist als Denken
Gute Geschichten: Was hilft, den Mut für den nächsten Schritt zu finden
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 343
Sie ist eine Ressource, die Menschen brauchen wie kaum etwas anderes, vor allem in schwierigen Situationen des Lebens: Zuversicht. Laut Duden ist damit das „feste Vertrauen auf eine positive Entwicklung“ bezeichnet. Allerdings in einem anderen Sinn als bei der Hoffnung. Hoffnung bezieht sich zuvorderst auf Dinge, die wir nur wenig beeinflussen können: So hoffen wir auf Frieden in der Welt, auf ein Leben nach dem Tod oder darauf, dass sich Deutschland beim Eurovision Song Contest mal nicht blamiert. Hoffnung ist also das Herbeisehnen einer gewünschten Zukunft, auf die wir weitgehend passiv zusteuern.
Zuversicht entsteht dagegen durch die Überzeugung, im Hier und Jetzt, so gut es unter den aktuellen Bedingungen möglich ist, Dinge selbst aktiv gestalten zu können. Sie bezieht sich eher auf die Gegenwart und konzentriert sich darauf, was man in diesem Moment bewerkstelligen kann. Zuversichtliche Menschen sind davon überzeugt, dass sie immer etwas tun können, um Probleme entweder vollständig zu lösen oder zumindest das Leid zu lindern, das durch sie verursacht wird. Und genau dieses Aktive macht Zuversicht als Ressource so kostbar.
Hoffnung ist weitgehend passiv. Zuversicht entsteht hingegen durch die Überzeugung, Dinge selbst aktiv gestalten zu können.
Wie kostbar Zuversicht ist, zeigt sich vor allem, wenn sie verloren geht. Solch traurige Entwicklungen erlebe ich als Psychiater leider immer wieder: Der Querschnittsgelähmte, der nach einem Verkehrsunfall an einen Rollstuhl gefesselt ist; die Witwe, die einsam ist und nicht weiß, wie sie ihr Leben allein bestreiten soll; der chronische Schmerzpatient; die Geschäftsführerin, die die Insolvenz des Familienunternehmens nicht verhindern kann. Wenn Menschen durch ein tiefes Tal gehen und sie keine Linderung oder Besserung für ihre Beschwerden sehen, kann ihnen die Zuversicht irgendwann abhanden kommen. Das wiederum kann zu einer Depression führen, ein gut erforschter Zusammenhang. Viele Menschen glauben, Traurigkeit oder Gefühllosigkeit seien der Ursprung der Erkrankung. Dabei sind Antriebsmangel und niedergedrückte Stimmung oft vielmehr die Folge fehlender Zuversicht. Menschen werden depressiv, weil sie die Hoffnung auf ein gelingendes Leben verloren haben.