Die neue Fehlerkultur

Jetzt aber richtig!

Früher bekamen Manager Schweißperlen auf der Stirn, wenn sie auf Fehler in ihrem Unternehmen angesprochen wurden, heute werden misslungene Projekte in Fuck-up-Nights gefeiert. Der Fehler hat eine erstaunliche Karriere gemacht: vom Tabu- zum Trendthema. Und das nicht nur in den agilen, dynamischen Organisationen, in denen auf der Suche nach Innovationen ständig Neues ausprobiert wird. Sondern auch dort, wo es auf Sorgfalt und Qualität ankommt – im OP, im Cockpit, in der Bremsenmontage.

Schaut man aber genauer hin, zeigt sich: In der Praxis gibt es noch viel Nachholbedarf. Gerade mit alltäglichen Fehlleistungen wird heute kaum konstruktiver umgegangen als vor 20 Jahren. Das ist nicht nur schade, da sich Unternehmen viele Lernchancen entgehen lassen. Es ist vor allem auch hoch gefährlich, da Mitarbeiter, die ständig Angst haben, etwas falsch zu machen, nicht den Mut finden, in der ja ohnehin unübersichtlichen Welt Verantwortung zu übernehmen. Mit einer guten Fehlerkultur können ihnen Unternehmen diese Angst nehmen. Doch wie baut man eine solche konstruktive Kultur auf? Antworten darauf bietet die aktuelle Ausgabe von managerSeminare. Das Titelthema zeigt: Hier lohnt ein Blick auf die Haltung, mit der Fehlversuchen beim agilen Ausprobieren begegnet wird.

Derzeit lautet der vorherrschende Imperativ im Business: Unternehmen müssen innovativer und experimentierfreudiger werden. Dafür müssen sich Zusammenarbeit und Führung stark verändern. Dass die Zeichen auf Erneuerung stehen, ist gut und richtig. Denn tatsächlich wandelt sich auch das Umfeld, in dem viele Firmen agieren, rasanter denn je. Also wird Bestehendes radikal in Frage gestellt, alter Zöpfe wie Hierarchien etwa will man sich möglichst schnell entledigen. Doch auch alte Strukturen und Praktiken haben oft eine Funktion für das Unternehmen, einen Nutzen. Sonst hätten sie sich gar nicht so lange halten können. Wer sie voreilig in die Mottenkiste der Firmengeschichte entsorgt, tut sich damit keinen Gefallen. Für einen reflektierteren Umgang mit Alt und Neu empfiehlt sich die Lektüre des Beitrags "Aufräumen mit Verstand". Der Artikel stellt systemische Denk- und Handlungsprinzipien vor, die helfen, die Funktion hinter den Strukturen zu erkennen und zu bewahren – um sie gegebenenfalls in eine neue, zeitgemäßere Form zu überführen. Der Gewinn: eine Transformation 4.0, die nachhaltig ist.

Hier geht es zu der aktuellen Ausgabe.
26.06.2017
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