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Beitrag von Marion Hermann aus Training aktuell 09/26, September 2026
Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Greta ist Führungskraft und leitet ein Team von ca. zehn Mitarbeitenden mit annähernd ebenso vielen Themenschwerpunkten in einer komplexen Organisationsstruktur. Als sie diese Stelle übernommen hat, deutete alles auf sehr viel Gestaltungsspielraum und Entscheidungsfreiheit hin. Greta sah darin neben einer beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung für sich auch eine Stelle, an der sie wirksam werden kann, ihr Wissen für die Organisation und – im größeren Kontext gedacht – auch für die Gesellschaft nutzbar machen und gewinnbringend einsetzen kann.
Trotz viel Enthusiasmus und Tatendrang muss sie allerdings schnell feststellen, dass die inhaltliche und zeitliche Taktung kaum zu bewältigen ist. Freiheiten im Arbeits(zeit)modell und die Erfahrung aus der Corona-Pandemie führten zu einem dislozierten Team und hohen Anteilen an virtueller Zusammenarbeit. Was grundsätzlich positiv ist und auch sehr gut funktioniert, führte jedoch dazu, dass eine Videokonferenz die nächste jagt und keine Zeit für konzentriertes Arbeiten bleibt. Das ist meist nur in den Abendstunden möglich. Zudem kämpft das Unternehmen mit schwierigen Rahmenbedingungen. Für neue Ideen ist kein Raum oder zumindest nicht die Zeit, und es dreht sich vieles um Krisenmanagement. Stellenstreichungen stehen im Raum, und auf die übrig bleibenden Schultern ihrer bereits jetzt schon überlasteten Mitarbeitenden wird Greta noch mehr verteilen müssen.