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„Wenn wir Lernen nicht verändern, dann denken Menschen schnell, dass Lernen nicht mehr gebraucht wird.“ Mit diesem Satz traf Trainer Christian Buchholz bei den Petersberger Trainertagen (#PTT2026) einen Nerv, denn er brachte auf den Punkt, was die Weiterbildungsbranche derzeit umtreibt: nicht die Frage, ob sich Lernen wandelt, sondern wie Lernprofis diesen Wandel aktiv mitgestalten können. Unter dem Motto „Stark im Wandel(n)“ kamen am 24. und 25. April 2026 Trainerinnen, Coachs und Personalentwickler in Königswinter zusammen, um genau das zu erörtern.
Wenn wir Lernen nicht verändern, dann denken Menschen schnell, dass Lernen nicht mehr gebraucht wird.
In den Keynotes und Lernsessions zeigte sich: Wandel vollzieht sich nicht allein durch den Einsatz neuer Tools oder Formate. So machte etwa Wirtschaftspsychologin Vera Starker deutlich, wie stark vergangene Erfahrungen als unsichtbare Filter wirken und warum es wirklich Neues braucht, um eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen. Future Skills Coach Franz Hütter plädierte dafür, den Fokus vom Komplizierten auf das Komplexe zu verschieben: Was Maschinen erledigen können, sollte nicht länger der Kern von Weiterbildung sein. Trainer Axel Schweickhardt wiederum blickte auf KI als treibende Kraft hinter der Lerngestaltung: Was im Pilotentraining längst Standard ist – Lernen per Simulation –, könnte mithilfe von KI auch in der Weiterbildung zur Norm werden. Entscheidend ist dabei für ihn nicht die Technologie selbst, sondern die didaktische Expertise, mit der Weiterbildende sie einsetzen. Was die Beiträge der PTT eint, ist die Überzeugung, dass Weiterbildungsprofis ihre Rolle neu denken müssen und dabei auf Kompetenzen setzen sollten, die sich nicht so leicht automatisieren lassen. Welche Impulse die #PTT2026 dafür geliefert haben, hat meine Kollegin Laura Nastran für Sie zusammengetragen.
Genau dieses Umdenken stand auch im Zentrum der Learntec, die vom 5. bis 7. Mai in Karlsruhe stattfand. Dort sprach etwa Professorin Nele Graf darüber, wie weit der Veränderungsdruck bereits reicht: KI übernimmt längst nicht mehr nur die Produktion von Lerninhalten, sondern greift zunehmend in übergeordnete L&D-Funktionen ein – von der Bedarfsanalyse bis zur individuellen Lernbegleitung. Franz Strukelj, Leiter der Volkswagen Group Academy, sprach in diesem Zusammenhang von einer „Turing-Falle“: Je präziser Menschen auf isolierte Skill-Profile reduziert werden, desto leichter lassen sie sich ersetzen. Seine Antwort: Bildung muss das gesamte System qualifizieren und Mensch und Maschine im Zusammenspiel betrachten. Doch auch konkretere Antworten auf die Frage nach neuen L&D-Rollen kamen zur Sprache: etwa soziale Lernformate, die KI schlicht nicht ersetzen kann, oder neue Ansätze wie das sogenannte Vibe Learning, bei dem L&D als Motivator auftritt und Lernende befähigt, KI mit maximalem Mehrwert zu nutzen. Welche Rollen für L&D-Profis in diesem Szenario noch übrig bleiben – oder neu entstehen –, erörtert mein Kollege Sascha Reimann.
Ich wünsche viel Spaß und Erkenntnisgewinn beim Lesen der neuen Ausgabe!