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Zwanzig Sekunden. So lange braucht eine KI, um in der Kaffeepause eines Seminars einen kompletten Gesprächsleitfaden auszuspucken – für genau das Thema, das die Trainerin gerade zwei Tage lang vermittelt hat. Diese Szene aus dem Trainingsalltag steht am Anfang eines Beitrags dieser Ausgabe. Er geht einer der drängendsten Fragen unserer Branche nach: „Was bleibt eigentlich noch zu lehren, wenn die Maschine das Handwerk in Sekunden erledigt?“ Und noch einen Schritt weiter: „Welche Fähigkeit bleibt unverzichtbar, wenn die Maschine das Handwerk übernimmt?“ Die Antwort der KI-Experten Sandra Mareike Lang und Franz Hütter: Higher Order Thinking Skills, kurz HOTS. Dabei räumen sie gleich mit einem hartnäckigen Irrtum auf: dem Bild der Denk-Pyramide, das viele Weiterbildende noch aus ihrer Ausbildung kennen und in dem „höhere“ Fähigkeiten über den „einfacheren“ thronen. Für die Praxis heißt das: Wer im Seminar künftig überzeugen will, punktet nicht mehr mit dem druckreifen Leitfaden – den liefert längst die KI –, sondern damit, Teilnehmenden beim Zurücktreten und Einordnen zu helfen: Was ist hier eigentlich das Problem, und wann reicht es mit dem Nachdenken? Es geht also nicht mehr vorrangig darum, Wissen zu vermitteln, das ohnehin in Sekunden abrufbar ist, sondern Urteilsvermögen aufzubauen, das sich nicht outsourcen lässt. Wie sich Higher Order Thinking Skills gezielt trainieren lassen und mit welchen vier einfachen Übungen sich Denken im Seminar sichtbar machen lässt, lesen Sie, liebe Leserinnen und Leser, im Beitrag.
Wer im Seminar künftig überzeugen will, punktet nicht mehr mit dem druckreifen Leitfaden – den liefert längst die KI –, sondern damit, Teilnehmenden beim Zurücktreten und Einordnen zu helfen.
So sehr der Mensch auch mit seiner Urteilskraft punktet – an der Maschine kommt er trotzdem nicht vorbei, wenn er im Netz sichtbar sein will. Denn wenn Weiterbildungsinteressierte heute nach Angeboten suchen, beziehen sie immer öfter die KI mit ein, die in Sekundenschnelle eine Shortlist mit passenden Trainerinnen, Beratern oder Coachs und deren Weiterbildungsangeboten erstellt. Wie sich das eigene Angebot für diese Vorauswahl rüsten lässt, zeigt KI-Sichtbarkeitsexperte Alexander Rus anhand des Konzepts der Generative Engine Optimization, kurz GEO, in seinem Beitrag. Anders als SEO, also Suchmaschinenoptimierung, blickt GEO über die eigene Website hinaus – etwa auf Einträge in Verzeichnissen oder Bewertungen früherer Teilnehmer. Wer hier nicht nachjustiert, taucht in der Vorauswahl der KI womöglich gar nicht auf – unabhängig davon, wie überzeugend das eigene Angebot inhaltlich ist.
Ich wünsche viel Erkenntnisgewinn und Spaß beim Lesen der neuen Ausgabe!