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Beitrag von Anja Schmitz, Timo Kortsch und Rabea Germanus aus managerSeminare 343, Oktober 2026
Zusätzliche Zoom-Stufen: Warum wir Lernkultur bislang zu undifferenziert sehen
Subkulturelle Unterschiede: Was ein Vergleich von Bereichen und Gruppen bringt
Fragmentierungsperspektive: Wie sich subjektive Erfahrungen von der allgemeinen Lernkultur unterscheiden
Lernkulturentwicklung: Welche Verbesserungen die Dreifach-Perspektive ermöglicht
Gestaltungsprinzipien: Was in Bezug auf Orientierung, Unterschiede, Widersprüche zu tun ist
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 343
Bei allem Wandel, den die Arbeitswelt derzeit erfährt, bleibt eine Sache konstant: Ohne Lernen lassen sich die tiefgreifenden Transformationsprozesse nicht bewältigen, die sowohl durch Technologien wie KI als auch durch neue Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen erzeugt werden. Die immer wieder neuen Lernbedarfe, die daraus resultieren, können allerdings längst nicht mehr allein mit formalen Lernangeboten und zentral organisierten Weiterbildungsmaßnahmen abgedeckt werden. Umso wichtiger werden daher die Lernanstrengungen, die Mitarbeitende selbst initiieren, ausgestalten und aufrechterhalten. Und umso wichtiger wird es für Unternehmen, das zu fördern, was wesentlich darüber bestimmt, ob und wie erfolgreich sie solche Anstrengungen unternehmen können: die Lernkultur.
Ohne Lernen lassen sich die tiefgreifenden Transformationsprozesse nicht bewältigen, die durch Technologien wie KI und durch neue Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen erzeugt werden.
Um die kulturellen Rahmenbedingungen fürs Lernen zu verbessern, gilt es zunächst, ein möglichst klares Bild von ihnen zu gewinnen. Allerdings ist Lernkultur in Unternehmen bislang eher selten als strategisch relevantes Thema erkannt. In den Unternehmen, die sich der Lernkultur mit entsprechenden Initiativen zugewandt haben, werden diese bei knapper werdenden Ressourcen jedoch oft als Erste gestrichen. Nicht zuletzt, weil die Normen, akzeptierten Praktiken und herrschenden Überzeugungen, die diese Kultur ausmachen, schwer greifbar sind und oft schlicht nicht systematisch erfasst werden.
Und wenn es doch geschieht, dann meist pauschal, über standardisierte Fragebögen, deren Antworten über die ganze Organisation gemittelt werden. Das kann durchaus sinnvoll sein, bleibt aber undifferenziert. Denn was man auf diese Weise erhält, kann man mit einer Weitwinkelaufnahme in der Fotografie vergleichen. Es ist wie das Gruppenfoto vom letzten Firmenausflug: alles im Rahmen, alle halbwegs erkennbar, ein scheinbar umfassendes Gesamtbild. Wollen wir es genauer wissen und vergrößern einzelne Bereiche des Bildes, dann verschwimmt jedoch der Ausschnitt oder das Gesicht, über das wir mehr erfahren möchten. Das heißt, obwohl der Weitwinkel das Ganze zeigt, fehlt es an wertvollen Details.