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Haben Sie bereits von der „Arbeitswelt 5.0“ gehört? Der Begriff ist noch neu, nicht eindeutig definiert und alles andere als etabliert. Er knüpft an die Arbeitswelt 4.0 an und erinnert lose an das japanische Zukunftskonzept „Society 5.0“ für eine superintelligente Gesellschaft. Wie auch immer man zu neuen Begriffen stehen mag, sie zeigen an, dass sich etwas verschiebt, dass sich eine nächste Entwicklungsstufe andeutet. Und das ist beim Thema Künstliche Intelligenz der Fall. Langsam, aber sicher wird KI nicht mehr länger als Tool unter vielen diskutiert, sondern als ein System, das Prozesse, Entscheidungen und Zusammenarbeit mitgestaltet.
Unsere diesmalige Ausgabe mit dem Schwerpunkt KI nutzt den Begriff „Arbeitswelt 5.0“ bewusst, um neue Fragen zu stellen und neue Antworten zu finden. Er bündelt vier Beiträge und vier unterschiedliche Perspektiven.
Lust auf Methodeninput zum Thema Kommunikation? Dann empfehle ich die Teilnahme an den diesjährigen „tools+tipps“. Sehen wir uns am 6. November in Köln? Tickets gibt es hier: managerseminare.de/veranstaltungen/tools-tipps
Eine erste zentrale Message betrifft die neue Mensch-Maschine-Connection. Mit dem Vordringen agentischer KI verschiebt sich die Arbeit deutlich: Routinen wandern zu Systemen, während beim Menschen Urteilskraft, Kontextverständnis und Verantwortung an Gewicht gewinnen. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen an Qualifizierung und Führung. Und gleichzeitig steigt auch die Notwendigkeit, die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine bewusst zu gestalten (vgl. Beitrag von Constantin Gillies). Wie voraussetzungsvoll das ist, zeigt sich beispielhaft im HR-Bereich. Gerade dort, wo KI Prozesse verbessern könnte, bleiben viele Projekte wirkungslos. Gründe sind oft unklare Problemlagen, mangelhafte Daten und fehlendes Technologieverständnis. So entsteht nach Beobachtung unseres Autoren Daniel Mühlbauer-Kerber eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Organisationen mit solider digitaler Basis nutzen KI wirksam, andere legen mit ihr vor allem bestehende Defizite offen (nachzulesen in diesem Beitrag).
Doch selbst gute Voraussetzungen garantieren keinen Erfolg. Denn KI trifft nie auf neutrales Terrain, sondern immer auch auf gewachsene Routinen und Machtmuster. Und verstärkt sie. So kann sie Produktivität und Lernen fördern, aber auch das Gegenteil: Kontrolle, Scheinproduktivität und Lernvermeidung. Genau hier liegt laut unserer Autorin Stephanie Rohac eine zentrale, oft unterschätzte Hürde: Ohne organisationskulturelle Intelligenz vervielfältigt KI bestehende Dysfunktionen (mehr dazu in diesem Beitrag). Last but not least rückt eine weitere Dimension in den Blick. Wenn KI Wahrnehmung und Entscheidungen mitprägt, stellt sich schließlich die Frage ihrer ethischen Gestaltung: Kann sie ein Resonanzraum sein, der menschliches Denken spiegelt und beeinflusst? Kann sie sogar dazu beitragen, unsere Urteilskraft zu schärfen, statt sie zu unterlaufen (nachzulesen in diesem Beitrag)?
Viele Fragen, viele Gedanken. Ich wünsche Ihnen beim Lesen viel Erkenntnisgewinn!
Beitrag von Nicole Bußmann aus managerSeminare 338, Mai 2026