Dossier: Unsicherheit

Krisen, Kriege und eine flaue Konjunktur auf der einen Seite, KI-Transformation und disruptive Marktentwicklungen auf der anderen – in vielen Unternehmen herrschst aktuell vor allem eines: Unsicherheit. Dieses Gefühl sollten weder negiert noch ignoriert oder heruntergespielt werden. Vielmehr gilt es sich im Umgang mit ihm zu üben – und gleichzeitig Wege zu finden, die Organisation sicher durch die Unsicherheit zu führen. Ansätze, Strategien, Hintergründe, Methoden und Impulse, die dabei helfen.


Folgende Beiträge erwarten Sie:

Orientierung geben in der Unsicherheit

Narrativ führen

Unsicherheit ist das vorherrschende Gefühl in vielen Organisationen. Die Menschen sehnen sich nach Orientierung, Sinn und Einordnung. Weil sinnstiftende Erzählungen diese Sehnsucht besser stillen als Zahlen, Daten und Fakten, muss Führung narrativer werden, findet Managementberaterin Anne M. Schüller. Heißt zum einen: Führungskräfte müssen sich der Kraft von Narrativen, die im Unternehmen zirkulieren, stärker bewusst werden. Und zum anderen: Sie müssen auch selbst Erzählkunst ausbilden.

Planvoll handeln in der Unsicherheit

Die bewegte Strategie

Agilität gilt heute als Leadership-Imperativ – und wird oft als Gegenentwurf zur langfristigen strategischen Planung missverstanden. Doch Unternehmen benötigen beides: die Fähigkeit zur schnellen Anpassung an Veränderung ebenso wie die Ausdauer, Ziele langfristig zu verfolgen. Strategieexperte Thomas Hutzschenreuter zeigt, was eine Strategie braucht, damit sie kein starrer Plan, sondern ein wirksames Instrument für Veränderung ist.

Führung in herausfordernden Zeiten

Nicht so laut!

Krisen, Unsicherheit, Rezession: In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen wächst der Ruf nach lauter Führung. Gemeint ist damit meist: präsent, richtungsweisend, durchsetzungsstark. Konzepte wie Quiet Leadership, die auf Vertrauen und Zurückhaltung setzen, erscheinen dagegen ungeeignet. Im Interview erklärt der Führungs- und Neuroexperte Sebastian Herbst, warum dieser Eindruck trügt – und gerade in schwierigen Zeiten leise Führung oft besonders wirksam ist.

Umgang mit Ungewissheiten

Komplexitätsbereit werden

Als Reaktion auf die immer weiter steigende Komplexität wird seit Jahren unter dem Schlagwort „Komplexitätskompetenz“ diskutiert, was es braucht, um besser in der „neuen Realität“ zurechtzukommen. Doch die bis dato ausgerollten Ansätze helfen nur bedingt weiter, ist der Berater AxeI Schweickhardt überzeugt. Denn sie lassen eine wesentliche Frage außen vor: Wie gelingt es, die Lust auf die Gestaltung von Komplexität zu wecken? In seinem Konzept der „Komplexitätsbereitschaft“ stellt er diese in den Mittelpunkt.

Musterbruch

​Ignorierte Ungewissheit​

Ständig ist von Unsicherheit die Rede, wahlweise wird auch von Risiken oder Ungewissheit geredet. In der Alltagssprache wird zwischen den Begriffen nicht unterschieden, was jedoch im Organisationskontext wichtig wäre. Ungewissheiten sollten von Organisationen weder negiert noch ignoriert oder heruntergespielt werden. Im Gegenteil: Organisationen sollten den Umgang mit ihnen dringend üben.

Transformieren statt Adaptieren

Wie geht Zukunft?

Krisen, Ungewissheiten, Unsicherheit: Angesichts der aktuell schwer kalkulierbaren Lage bricht vielen Führungskräften beim Gedanken an die Zukunft der kalte Schweiß aus: Wohin sich bewegen, welchem Trend folgen? Tatsächlich ist die Frage falsch gestellt. Denn Zukunft kommt nicht einfach so, sie wird gemacht. Dabei liegt das größte Potenzial positiver Zukunftsgestaltung für Unternehmen im Spannungsfeld zwischen Trends und Gegentrends.

Über den Umgang mit Ungewissheit

Zeit für Zuversicht

Das Arbeitsleben ist voller Unwägbarkeiten, das Leben generell überschüttet von schlechten Nachrichten zu Krieg und Krisen. Wie behält man angesichts dessen Zuversicht in die Zukunft? Der Neuromediziner Volker Busch kennt unser Gehirn und weiß daher die Antworten.

Risikokompetenz entwickeln

Das macht Mut

Politische Umbrüche, wirtschaftliche Disruptionen, die Dynamik der Digitalisierung … Unternehmen und die Menschen in ihnen müssen aktuell und zukünftig veränderungsfähig sein. Bereit, ins Risiko zu gehen. Das Alte loszulassen, bevor das Neue greifbar ist. Kurz: Sie brauchen Mut. Der ist zwar den wenigsten in die Wiege gelegt worden, aber er hat viele Quellen – und die können wir gezielt stärken.

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