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Beitrag von Thomas Hutzschenreuter aus managerSeminare 338, Mai 2026
Selbsterkenntnis als Grundlage: Wie Strategie Richtung und Nachdruck bekommt
Das Problem des Nicht-Wissens: Wie man klug damit umgeht, dass sich Zukunft nicht sicher vorhersehen lässt
Grundsatzentscheidung: Wieso es wichtig ist, entweder einen Plan B zu haben oder sich komplett an eine Strategie zu binden
Veränderungsfähig auf dem Weg zur Veränderung: Wie man durch Flexibilität in den Mitteln die Richtung hält
„Was jetzt?“ als Dauerfrage: Warum Strategien eher Prozess als Projekt sind
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 338
Organisationen bewegen sich aktuell in einem Umfeld, das volatiler ist und unberechenbarer erscheint denn je. Der Fokus liegt bei vielen Unternehmen dementsprechend darauf, ein möglichst hohes Maß an Agilität zu erreichen. Langfristig für die Zukunft zu planen, die eigenen Schritte vorauszudenken, kurzum: strategisch zu denken und zu handeln, scheint angesichts dessen fast schon aus der Zeit zu fallen. Denn, so fragen sich viele: Was nützen Strategien, wenn die Welt morgen bereits anders aussehen wird als heute? Wie rasend das Tempo der Veränderung ist und wie groß die damit einhergehende Verunsicherung, ist derzeit vor allem im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu beobachten. Die Umwälzungen, die mit KI auf Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeitende zurollen, sind enorm, und ihre Folgen sind schwer einzuschätzen.
Doch dass Strategiearbeit in all dieser Verunsicherung obsolet wäre, ist ein Irrtum, der auf einem Missverständnis über Strategien beruht. Wenn Strategie als jährliches Ritual verstanden wird, bei dem sich die Firmenspitze trifft, um, garniert mit bunten Bildern, einen Plan auszuarbeiten, der jedoch nicht über das Papier hinauskommt, auf dem er steht (ich nenne es „Strategy by Powerpoint“), ist das wenig hilfreich. Als Denk- und Entscheidungsdisziplin für Führungskräfte ist Strategie dagegen gerade in dynamischen Umfeldern unverzichtbar. Denn Strategie ist kein Maßnahmenkatalog. Sie ist vielmehr die gedankliche Vorwegnahme von Handeln, von möglichen Entwicklungen und Wirkungen unter Unsicherheit, mit dem Ziel des Erfolges in einem wettbewerblichen Umfeld. Eine gute Strategie vereint dabei scheinbar gegensätzliche Kräfte: Fokus, Richtungstreue, Durchhaltefähigkeit und Nachdruck mit der Möglichkeit zur schnellen Kurskorrektur durch Variantenreichtum, Anpassungsfähigkeit und Flexibilität.
Eine gute Strategie zu entwickeln, erfordert aus Sicht des Strategieexperten Thomas Hutzschenreuter vor allem eines: Einklang mit sieben Strategieprinzipien. Will heißen: Man muss seinen Blick an den richtigen Stellen scharfstellen, und man muss sich einige wichtige Fragen stellen und diese ehrlich beantworten.
Im Grunde braucht es nur einige wenige allgemeingültige Prinzipien (siehe dazu auch: Tutorial), um eine Strategie so zu gestalten, dass daraus ein scharfes intellektuelles Werkzeug für Veränderung wird. Ein Werkzeug, das hilft, den eigenen Willen gerade auch dann planvoll durchzusetzen, wenn dieser auf unerwartete Veränderungen trifft. Einer dieser Orientierungsmarker ist zum Beispiel das „Prinzip des Erfolges“. Es besagt, dass es in der Strategiearbeit zunächst einmal darum geht, zu klären, was man wirklich will – und was nicht. Denn nur dann kann man seine Strategie mit dem nötigen Nachdruck verfolgen.