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Beitrag von Thomas Hutzschenreuter aus managerSeminare 338, Mai 2026
Dieses Prinzip bildet den Ausgangspunkt jeder Strategie und definiert, was überhaupt damit angestrebt wird: Was wollen wir, und was wollen wir nicht? Der Fokus liegt hier zunächst darauf, so ehrlich wie möglich den eigenen Charakter als Organisation zu ergründen: Was ist tatsächlich das Anliegen? Sodann geht es darum, konkrete Ziele zu definieren, die zu diesem Anliegen nicht im Widerspruch stehen (und auch nicht zueinander). Ziele braucht es, um den Willen in eine klare Richtung zu lenken und auch, um in Gestalt der Zielmarken überprüfbare Anhaltspunkte dafür zu haben, ob man mit dem gewählten Weg erfolgreich ist oder nicht.
Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Strategiearbeit immer unter Unsicherheit stattfindet – und sich zu fragen: Was wissen wir sicher, was vermuten wir nur? In Bezug auf die Zukunft kann es nur Vermutungen geben. Diese subjektiven Annahmen sollte man sich und anderen gegenüber allerdings plausibel erklären können. Dies ist wichtig, um eine Strategie trotz Unsicherheit mit Nachdruck verfolgen zu können. Gleichzeitig stößt das Bewusstsein der Unsicherheit Strategieverantwortliche auf eine wichtige Aufgabe: zu entscheiden, wie damit umzugehen ist, wenn die Vermutungen nicht eintreffen. Soll dafür ein Plan B entwickelt werden? Oder will man sich – im Wissen, dass es auch schiefgehen kann – ganz bewusst an die Strategie binden?
Strategie ist im Grunde ein Plan für den Versuch, durch Veränderung Erfolg unter Unsicherheit zu erzielen. Daher stellt sich Strategieverantwortlichen immer wieder die Frage: Was verändern wir, was verändern andere, und was verändert sich um uns herum? Dabei kommt es darauf an, festzustellen, was aktuell der Kern des zu lösenden Strategieproblems ist: Woran scheitert man gerade? Woran sind andere schon gescheitert? Das so ausgemachte Problem gilt es dann mit strategischem Nachdruck, gleichzeitig aber auch mit Flexibilität in den Mitteln, also der passenden Taktik, anzugehen.