Grenzüberschreitungen

Wenn sie ans Tageslicht kommen, lösen sie Empörung aus: illegale Manöver von Unternehmen wie der Abgasbetrug diverser Autohersteller oder jüngst die Bilanzfälschungen des Bezahldienstleisters Wirecard. Ziemlich sicher sind solche Skandalfälle jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Denn das Handeln in Grauzonen von halblegal bis illegal ist für Unternehmen viel normaler, als man sich vorstellen möchte. Was im ersten Moment erschreckend klingt, erklärt sich aus Sicht der Organisationsforschung so: Kein Unternehmen kommt ohne Regeln aus, doch es wäre der Tod eines jeden Unternehmens, wenn sich immer alle an alle Regeln halten würden.

Ein Beitrag von Nicole Bußmann

Warum es zu Regelbrüchen kommt, ja sogar kommen muss, wenn Organisationen mit den teils widersprüchlichen Anforderungen ihrer Umwelt umgehen wollen, erklärt Stefan Kühl in dem Titelthema der ***neuesten Ausgabe von managerSeminare***. Der Bielefelder Organisationssoziologe legt dar: Die Dehnung, die kreative Auslegung und manchmal sogar der Bruch von Regeln oder Gesetzen machen Organisationen erst überlebensfähig. Freilich ist der Grat schmal: zwischen destruktiven Formen von Illegalität und dem, was die Systemtheorie „brauchbare Illegalität“ nennt. Letztere zeigt sich etwa in Schleichwegen, die im Widerspruch zu den offiziellen Dienstwegen stehen. Wie aber können Unternehmen mit diesen Regelabweichungen umgehen? Wie sie besprechbar machen und aus der Tabuisierung holen? Antworten gibt es ***hier***.

Ein Organisationsmodell wie die Wahl von Führungskräften wieder abzuschaffen, wirkt auf den ersten Blick wie ein Backlash in Sachen Partizipation, Selbstorganisation und Mitverantwortung der Mitarbeitenden in einem Unternehmen. Doch genau das hat Haufe-umantis – seit ca. zehn Jahren Personalsoftware-Tochter der Haufe Group – getan: Die St. Gallener Firma, bekannt als eine Art Speerspitze organisationaler Demokratie, hat ihren Ansatz, sämtliche Führungskräfte, bis hinauf zur Geschäftsleitung, von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wählen zu lassen, an den Nagel gehängt. Führungskräfte werden in der Firma jetzt wieder auf klassischem Weg bestimmt. Warum die Mandatserteilung per Wahl aus Sicht von Haufe-umantis nicht mehr in die Zeit passt und was das Unternehmen an deren Stelle gesetzt hat, um Mitarbeiterbeteiligung auf ein neues demokratisches Level zu heben, lesen Sie, liebe Leserinnen und Leser in dem Beitrag *****.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit der Lektüre und viel Erkenntnisgewinn.
20.11.2020 | Von Redaktion
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