NSA-Convention 2011

Die neuen CSPs

Ganz im Zeichen der Verleihung des Siegels "Certified Speaking Professional" (CSP) steht unser zweiter Bericht über die NSA-Convention in Kalifornien. Gleich drei deutsche Speaker haben die internationale Auszeichnung bekommen: Thomas Burzler, Prof. Dr. Jörg Knoblauch und Martin Limbeck. managerSeminare war mit Kamera bei dem bewegenden Moment dabei.



Etwa 30 Jahre lang haben deutsche Trainer die internationale Auszeichnung zum 'Certified Speaking Professional' ignoriert – langsam jedoch steigt das Interesse. Mit den drei neuen CSPs Burzler, Knoblauch und Limbeck hat Deutschland allerdings immer noch erst sieben solcher derart belobigter Redner. Tatsächlich sind es aber auch weltweit nur rund 600.

Kein Wunder, die Bewerbung um den Titel ist zeitintensiv: Die NSA lässt sich für die vergangenen fünf Jahre akribisch auflisten, für welche Kunden die Speaker wann und wo auf der Bühne gestanden haben und wie viel Honorar sie dafür bekommen haben. Damit beispielsweise ein Auftritt als solcher gezählt wird, müssen etwa mindestens 15 Teilnehmer anwesend sein, die Veranstaltung muss mindestens 30 Minuten dauern, der Speaker muss einen Redeanteil von mindestens 75 Prozent haben, und der Kunde muss ein angemessenes Honorar gezahlt haben. Dazu müssen Referenz- und Empfehlungsschreiben von Kunden und der Nachweis persönlicher Weiterbildung eingereicht werden. All das muss dann auch noch ins Englische übersetzt werden. Schummeln geht nicht: Die NSA hakt stichpunktartig bei den Auftraggebern nach. Ziel des aufwendigen Verfahrens ist es, nur diejenigen Aspiranten als 'professionelle Speaker' zu zertifizieren, die zum einen von ihrer Tätigkeit leben und zum anderen zufriedene Kunden nachweisen können.

Die strenge Prüfung kostet die Bewerber Nerven, verleiht der Auszeichnung jedoch Gewicht, schließlich müssen sich die Redner die Auszeichnung regelrecht erarbeiten. Noch ist das Siegel in Deutschland wenig bekannt. Sabine Asgodom war 2009 die erste, die den seit 1980 verliehenen Titel bekam. Neben den drei Neuzugängen sind auch GSA-Präsident Lothar Seiwert, Vertriebstrainer Andreas Buhr und Gedächtnistrainer Markus Hofmann CSPs. Derzeit bedeutsam ist der Titel vor alle die diejenigen Speaker, die ihre Fühler über die Ländergrenzen hinaus strecken. In den USA gilt der Titel bereits als guter Türöffner in die großen Redneragenturen.

Voraussetzungen

1. Verbandsmitgliedschaft: Bewerber müssen seit mindestens drei Jahren einem Verband der 'Global Speakers Federation' angehören. Zu diesem gehört etwa die NSA oder die GSA. 2. Ständige Weiterbildung: Bewerber müssen in den sechs Jahren, die dem Bewerbungsjahr vorausgehen, mindestens 32 Weiterbildungspunkte gesammelt haben. Der Besuch einer NSA-Convention bringt beispielsweise acht Punkte. 3. Tätigkeit als Speaker: CSP-Aspiranten müssen hauptberuflich Speaker sein, sie müssen daher nachweisen, dass sie in den vergangenen fünf Jahren eine Mindestanzahl an Kunden, Präsentationsterminen und Honorar hatten. Die Eingruppierung ist nach fünf Modellen möglich und erstreckt sich von mindestens 100 Kunden/250 Präsentationen/250.000 Dollar bis hin zu 25 Kunden/100 Präsentationen/625.000 Dollar. Nötig sind zudem 20 Feedbacks von Kunden, in denen die Leistung des Bewerbers mit mindestens 7,5 von zehn Punkten bewertet wird. 4. Professioneller Auftritt : Vorgelegt werden müssen – zumindest in Kopie – die Marketing- und Werbeunterlagen des Bewerbers, sowie (Buch-)Veröffentlichungen, Testimonials und Videos. >> Kosten: 375 US-Dollar (bei Wiederholung der Erstprüfung: 100 Dollar), Erneuerung der Auszeichnung nach fünf Jahren nötig (Kosten 200 US-Dollar). >> Bewerbungsschluss: Mitte Januar jeden Jahres

01.08.2011
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