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Beitrag von Nathalie Langen aus Training aktuell 09/26, September 2026
Bei hybriden Lernsettings steigen die Anforderungen an die Veranstaltungsleitung vor allem dann, wenn Teilnehmende standortübergreifend miteinander arbeiten sollen. Denn: Mit wachsendem Interaktionsanspruch nimmt die Designkomplexität zu – didaktisch, organisatorisch und sozial.
Mit wachsendem Interaktionsanspruch nimmt die Designkomplexität hybrider Settings zu – didaktisch, organisatorisch und sozial.
Welche Form sich eignet, hängt vom Ziel der Veranstaltung ab. Sogenannte unidirektionale Settings bieten sich an, wenn es vor allem um Übertragung und Teilhabe geht und Interaktion nicht im Mittelpunkt steht. Verdoppelnde Settings passen, wenn Online- und Präsenzgruppe phasenweise parallel arbeiten sollen. Und reziproke Settings sind dann sinnvoll, wenn standortübergreifende Zusammenarbeit ausdrücklich gewollt ist – etwa bei gemeinsam zu bearbeitenden Aufgaben.
Für die Gestaltung hybrider Weiterbildung besonders anschlussfähig sind die in der Studie abgeleiteten Designanforderungen. Je interaktiver das Setting, desto wichtiger wird gegenseitige Wahrnehmbarkeit: Teilnehmende müssen sich verlässlich sehen und hören können. Die Studie beschreibt dafür weniger einen Technik-Overkill als konkrete Stellschrauben: Kameras und Mikrofone gezielt platzieren, die Online-Gruppe im Raum dauerhaft sichtbar halten, gegebenenfalls mit eigenen Geräten der Präsenzteilnehmenden arbeiten. Zudem sind gezielte formelle und informelle Austauschgelegenheiten – auch in Pausen – hilfreich, um über Distanz Beziehung aufzubauen.
Je mehr Interaktion erzielt werden soll, desto höher ist jedoch auch die Belastung der Veranstaltungsleitung. Um eine Überlastung zu vermeiden, delegieren manche Lehrende Aufgaben – etwa Technik- oder Chat-Support – an Assistenz oder binden Teilnehmende als Co-Moderierende ein. Als weitere, vergleichsweise ressourcenschonende Entlastung nennen die Forschenden klare Routinen, früh angekündigte Aufgaben oder auch Flipped-Elemente (Inverted-Classroom-Elemente, bei denen die traditionelle Vermittlung von Wissen und dessen Vertiefung vertauscht werden). Grundsätzlich gilt: Interaktive hybride Formate lassen sich laut Studie nachhaltiger umsetzen, wenn institutionelle Rahmenbedingungen, wie verlässliche Infrastruktur, Leitlinien und Qualifizierung, passen.