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Beitrag von Janine Dengel aus Training aktuell 10/26, Oktober 2026
Ein neuer Workshop steht an, die Inhalte sind weitgehend klar – nur die Präsentation fehlt noch. Nun heißt es, Folien strukturieren, Texte formulieren, passende Bilder suchen und ein stimmiges Layout finden. Gerade für selbstständige Weiterbildungsprofis kann dabei schnell einiges an Arbeitszeit zusammenkommen.
Genau hier setzt „Gamma“ an. Das browserbasierte KI-Tool soll aus Stichworten und/oder vorhandenen Inhalten schnell ansprechende Präsentationen erstellen können. Nach Angaben des Anbieters übernimmt die KI dabei sowohl die Strukturierung und Formulierung der Inhalte als auch deren visuelle Aufbereitung. Die von der KI erstellten Präsentationen sollen sich anschließend individuell bearbeiten und anpassen lassen, wofür u.a. über 100 Vorlagen sowie verschiedene grafische Elemente wie Icons und Diagramme zur Verfügung stehen.
Das browserbasierte KI-Tool soll aus Stichworten und/oder vorhandenen Inhalten schnell ansprechende Präsentationen erstellen können. Nach Angaben des Anbieters übernimmt die KI dabei sowohl die Strukturierung und Formulierung der Inhalte als auch deren visuelle Aufbereitung.
„Gamma“ lässt sich direkt über die Website am Laptop oder PC nutzen. Über den Button „Jetzt kostenlos starten“ gelangen Nutzerinnen und Nutzer ohne Registrierung zum Dashboard, das übersichtlich aufgebaut ist. Dort öffnet sich über einen zentralen Button „Generieren“ ein Eingabefeld, in dem sich Stichworte zur Erstellung der gewünschten Präsentation eingeben lassen. Ergänzend dazu können hier Dateien wie Word-Dokumente, Bilder oder PDFs hochgeladen sowie Websites per URL eingebunden werden. Es wird darauf hingewiesen, dass die KI diese Inhalte bei der Erstellung berücksichtigen kann. Weitere Einstellungen ermöglichen es, die Präsentation noch genauer anzupassen. Dazu gehören die Zielgruppe (zur Auswahl stehen etwa Fachleute, Kunden oder Mitarbeitende) die Anzahl der Karten von eins bis 35 sowie die gewünschte Sprache. Auch der Sprachstil kann ausgewählt werden: kurze Sätze, prägnante Absätze oder ausführlichere Texte. Unterhalb des Eingabefelds und der zusätzlichen Einstellungen befindet sich auf dem Dashboard eine Übersicht unterschiedlicher Präsentationsvorlagen. Die verschiedenen Designs lassen sich nach Themen wie z.B. Bildung, Marketing oder Business filtern. Auf der linken Seite des Dashboards finden sich ergänzende Funktionen des Tools: ein KI-Schreibassistent und eine KI-Textanalyse zum Erstellen und Überarbeiten von Texten, ein KI-Chat sowie ein PDF-Assistent zur Bearbeitung von PDF-Dateien.
Ich starte meinen Praxistest und klicke auf den Button „Generieren“, sodass sich das Eingabefeld öffnet. Mein Plan: eine kurze Präsentation für einen Führungskräfte-Workshop zum Thema Konfliktmanagement erstellen. Dafür überlege ich mir passende Stichworte. Bevor ich diese jedoch eingeben kann, stelle ich fest, dass ich mich zunächst registrieren muss. Ein Abo muss ich dabei nicht abschließen. Stattdessen wird automatisch eine Testversion aktiviert, bei der mir ein bestimmtes Guthaben an Credits zur Verfügung steht. Erst wenn dieses aufgebraucht ist und ich das Tool weiterhin nutzen möchte, muss ich mich für ein kostenpflichtiges Abo entscheiden. Meine Stichworte beschreiben grob Aufbau und Inhalt der Präsentation. Ich formuliere u.a., dass die Präsentation mit einigen Folien zu den theoretischen Grundlagen von Konflikten starten soll (Was ist ein Konflikt? Typische Ursachen im Arbeitskontext?). Danach soll eine Folie zur Selbstreflexion mit Fragen zu eigenen Erfahrungen im Umgang mit Konflikten folgen. Die Abschlussfolien sollen die Praxismethode „Konfliktklärungsgespräch“ zeigen. Als Zielgruppe gebe ich „Führungskräfte“ ein, da diese in der vorgegebenen Auswahl fehlt. Außerdem lege ich einen Umfang von bis zu zehn Karten fest.
Nach einem Klick auf „Generieren“ fordert mich das Tool auf, eine Präsentationsvorlage auszuwählen. In der kostenlosen Version stehen zehn Designs zur Verfügung, wobei ich mich für die schlichteste in den Farben Weiß und Blau entscheide. Anschließend klicke ich auf „Präsentation erstellen“. Kurz darauf öffnet sich die Präsentation mit sieben Folien in einer Arbeitsoberfläche, die an Powerpoint erinnert. Links werden alle Folien in einer Übersicht angezeigt, in der Mitte lässt sich die jeweils ausgewählte Folie bearbeiten. Wenn die Vorlage nicht gefällt, kann sie hier geändert werden. Farben und Schriftarten können angepasst sowie Textfelder, Icons, Formen und Diagramme per Drag&Drop eingefügt und angeordnet werden. Auch eigene Bilder, Grafiken oder Videos lassen sich hochladen und integrieren. Folien können zudem per Rechtsklick gelöscht oder ergänzt werden.
Das KI-Ergebnis finde ich grundsätzlich ansprechend und gut strukturiert, trotzdem nehme ich noch einige Änderungen vor. Unter anderem ersetze ich das zurückhaltende Weiß-Blau der Vorlage durch eine farbenfrohere Gestaltung mit rot-weißem Farbverlauf, blauen Elementen und grauer Schrift. Auf einigen Folien kürze oder ändere ich die Texte und ordne Inhalte und grafische Elemente neu an. Einige von der KI eingefügte Stockfotos ersetze ich durch eigene Bilder. Zufrieden mit dem Endergebnis klicke ich zum Abschluss am oberen rechten Rand der Arbeitsfläche auf den Button „Herunterladen“ und speichere die fertige Präsentation.
„Gamma“ macht vor allem eines gut: Aus wenigen Vorgaben erstellt das Tool in kurzer Zeit einen optisch ansprechenden und sinnvoll aufgebauten Präsentationsentwurf, eine Grundlage, die sich weiterbearbeiten lässt. Besonders für Trainerinnen, Berater und Coachs, die regelmäßig neue Workshop- oder Vortragsunterlagen erstellen, kann das eine deutliche Zeitersparnis bedeuten. Gut gefällt mir zudem, dass die KI nicht nur Texte produziert, sondern Inhalt und Gestaltung größtenteils zusammendenkt. Die Folien wirken dadurch wesentlich fertiger als reine KI-generierte Textbausteine, die anschließend noch mühsam in eine Präsentationsvorlage übertragen werden müssen.
Eine komplett fertige Präsentation liefert das Tool nicht. So sind z.B. die generierten Texte teilweise recht allgemein und sollten fachlich sowie sprachlich überprüft werden. Auch bei der Gestaltung ist Nacharbeit nötig: Je genauer die Präsentation den eigenen Gestaltungsvorstellungen folgen soll, desto größer fällt dabei der Überarbeitungsaufwand aus.
Ein hilfreiches Tool für alle, die schnell aus einer Idee oder vorhandenen Inhalten eine Grundlage für eine Präsentation entwickeln möchten. Für den professionellen Einsatz bleiben die fachliche Prüfung und der individuelle Feinschliff jedoch unerlässlich.
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