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Beitrag von Sabine Voitl und Steffen Eric Kramer aus Training aktuell 04/26, April 2026
Das menschliche Gehirn ist kein Supercomputer. Es ähnelt vielmehr einer Autobahn zur Rushhour: Wenn zu viele Informationen gleichzeitig eintreffen, entsteht Stau, und am Ende ist man nur noch genervt. Bereits 1955 beschrieb Herbert A. Simon, dass Menschen nur begrenzt rational handeln können, da ihr „Arbeitsspeicher“ irgendwann überfordert ist. Genau das kann auch in klassischen Seminaren passieren, wenn ein ganzer Wissensmarathon an einem einzigen Tag absolviert werden soll. Hinzu kommt, dass Lerninhalte im „Always on“-Zeitalter mit vielen Ablenkungen – darunter E-Mails, Push-Nachrichten, Social Media und Co. – um ein sehr knappes Gut konkurrieren: Aufmerksamkeit. Und dann geht das Gelernte ohne Wiederholung auch noch binnen Tagen wieder verloren.
Lerninhalte konkurrieren im „Always on“-Zeitalter mit vielen Ablenkungen – darunter E-Mails, Push-Nachrichten, Social Media und Co. – um ein sehr knappes Gut: Aufmerksamkeit.
Wie kann Lernen also trotzdem gelingen? Lösungen wollen Konzepte wie Microlearning, Nudging und Gamification liefern. Die Idee: Lerneinheiten, die sich der Geschwindigkeit, Fragmentierung und Asynchronität unseres Alltags anpassen und Menschen zum Lernen motivieren. Doch unserer Erfahrung nach ist es erst die Kombination der drei Prinzipien, die aufeinander aufbauend ein psychologisch raffiniertes Lernsystem ergeben und Lerninhalte in intelligent gebauten „Snack Content“ verwandeln. Der Dreiklang aus Microlearning, Nudging und Gamification ist dabei als didaktischer Ansatz zu verstehen, der sich auf unterschiedliche Lern- und Entwicklungssettings übertragen lässt.
Um im Bild der Autobahn zu bleiben: Im ersten Schritt muss der Verkehr entzerrt werden. An diesem Punkt kommt Microlearning ins Spiel, also die Kunst, Wissen in kompakte Einheiten zu verpacken, die sich nahtlos in den Alltag einfügen. Dabei werden Inhalte so strukturiert, dass sie leicht aufgenommen und verarbeitet werden können. Eine ideale Microlearning-Einheit folgt klaren Prinzipien, durch die das Gehirn Inhalte besser aufnehmen kann. Dazu gehören Handlungsorientierung, klare Lernziele, Multimodalität, thematische Abgeschlossenheit und zeitliche Kompaktheit.