Interaktion

KI im Coaching
KI im Coaching

Zwischen den Sitzungen

Werden Coachs künftig von KI ersetzt? Axel Schweickhardt widerspricht. Der Diplom-Psychologe und Coach mit Fokus auf KI-gestützte Lernformate ist überzeugt, dass Beziehungsarbeit und echte Empathie keine KI-Angelegenheiten sind. Wo Coachs KI aber gewinnbringend einsetzen können: als Mikrotool, das Methoden aus dem Coaching auch zwischen den Sitzungen im Alltag der Klientinnen und Klienten verfügbar hält.

Coaching ist neben der Therapie wohl eine der individuellsten Formen, einen anderen Menschen zu begleiten. Hier zeigt sich die Expertise des Coachenden in hohem Maße. Die Balance zwischen einer tragfähigen Beziehung zum Coachee, Veränderung bringender Irritation und stärkender Begleitung, eingebettet in einen klar strukturierten Prozess, erfordert Erfahrung und Geschick. Entscheidend ist dabei auch die Wahl der richtigen Intervention zum richtigen Zeitpunkt.

Entsprechend groß wäre die Erschütterung, wenn diese Kompetenz von Künstlicher Intelligenz übernommen werden sollte. Erleiden Coachs zukünftig das gleiche Schicksal wie Übersetzer, Programmierer und Designer? Etliche Fallbeispiele und erste wissenschaftliche Untersuchungen wie „A systematic literature review of artificial intelligence (AI) in coaching“ von Jonathan Passmore, Bergsveinn Olafsson und David Tee zeigen jedoch, dass wir von dieser Welt noch weit entfernt sind. KI kann bei eng umrissenen Anliegen durchaus einiges bewirken – etwa Ziele konkretisieren, Reflexionsfragen stellen oder den Transfer begleiten. Doch sobald Anliegen komplexer werden, stößt sie an klare Grenzen: Echte Empathie, das Erspüren von Emotionen hinter gut eingeübten Masken, die Beziehungsarbeit – das bleibt menschliche Domäne. Zudem widerspricht die Neigung der KI, Ratschläge zu erteilen, der Coachinghaltung grundlegend. Trotzdem wäre es falsch, KI im Coaching nur als Gefahr zu betrachten. Sinnvoll eingebettet, kann sie Coachingprozesse durchaus bereichern.

Sobald Anliegen komplexer werden, stößt die KI an klare Grenzen: Echte Empathie, das Erspüren von Emotionen hinter gut eingeübten Masken, die Beziehungsarbeit – das bleibt menschliche Domäne. Zudem widerspricht die Neigung der KI, Ratschläge zu erteilen, der Coachinghaltung grundlegend.

Wo KI sinnvoll ist

Um zu klären, in welchen Fällen KI konkret hilfreich sein kann, lohnt sich ein Blick auf die größte Herausforderung im Coaching: den Transfer in die Praxis. Coaching setzt häufig an individuellen Verhaltensmustern an, und je stärker diese Muster in Gewohnheiten verankert sind, desto mühsamer ist ihre Veränderung.

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