Editorial

Von Utopie, Dystopie und Magie

Eine neue technologische Revolution steht in den Startlöchern: agentische KI. Sie agiert nicht mehr nur auf Zuruf, sondern zerlegt Ziele in Teilschritte, plant mehrstufig, nutzt bei Bedarf Recherche, Cloud-Ordner, E-Mail-Postfächer oder Kalender, stellt Rückfragen, prüft Zwischenergebnisse – kurz: Sie arbeitet zunehmend wie eine qualifizierte Assistenz. In der utopischen Variante nimmt sie uns also viel Mühsames ab, denkt für uns mit. In der dystopischen Variante handeln solche Agenten allzu autonom, etwa wenn sie versteckte Anweisungen in scheinbar harmlosen Inhalten wie E-Mails oder Websites für bare Münze nehmen. Dann kann aus einer Routineaufgabe eine unerwünschte, mitunter schädliche Aktion werden. Was Weiterbildungsprofis über diese Gratwanderung zwischen Utopie und Dystopie wissen sollten und wo agentische KI heute schon nutzt, lesen Sie im Beitrag.

Agentische KI agiert nicht mehr nur auf Zuruf, sondern arbeitet zunehmend wie eine qualifizierte Assistenz.

Ausgezeichnete Weiterbildung

Technische Revolutionen standen bei der diesjährigen Verleihung des Europäischen Trainingspreises vom BDVT nicht im Vordergrund – wenngleich das Thema KI in manchen der ausgezeichneten Konzepte schon durchschimmerte. Nach den finalen Pitches auf der Personalmesse München wechselte die Festgesellschaft in die Villa Flora, wo zwölf Eulen neue Besitzerinnen und Besitzer fanden. Die Moderatorinnen Alexandra Hagemann und Sandra Dundler formulierten zu Beginn den Leitgedanken des Abends: „Gute Weiterbildung ist magisch.“ Illusionist Thomas Fraps übersetzte das in kurze Auftritte vor jeder Preisübergabe: Zaubertricks, die leicht erscheinen, hinter denen aber viel Vorbereitung steckt. Noch mehr Vorbereitung steckt freilich in den ausgezeichneten Weiterbildungskonzepten, die wir im Beitrag vorstellen.

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Von der sichtbar inszenierten Weiterbildungsmagie beim Europäischen Trainingspreis führt der Blick zu einer leiseren, aber nicht weniger wichtigen Würdigung: Ende Oktober erhielt Vertriebsexperte Hans A. Hey auf dem Online-Kongress „Trainerkarriere 2.0“ des BDVT die Eule für sein Lebenswerk. Was hier geehrt wurde, ist ein langer Atem für die Professionalisierung der Weiterbildung: Heys BDVT-Weg reicht bis in die späten 1960er-Jahre zurück. Dennoch betonte der 90-Jährige: „Ich werde dem BDVT, so lange ich kann, zur Verfügung stehen.“ Ein Satz wie ein Versprechen – und ein Hinweis darauf, was solche Glanzmomente erst möglich macht: Durchhaltevermögen, Haltung, Handwerk. Mehr zu Heys Lebenswerk lesen Sie im Beitrag.

Ich wünsche Ihnen viele magische Momente beim Lesen dieser Ausgabe!

Autor(en): Nathalie Langen
Quelle: Training aktuell 11/25, November 2025
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