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Schluss, aus und vorbei: Nach 19 Jahren hat die britische Lernexpertin Jane Hart Anfang September zum letzten Mal ihre Liste der „Top Tools for Learning“ veröffentlicht. Und ausgerechnet zum Abschied gibt es einen neuen Spitzenreiter: Nach zehn Jahren als Nummer 1 der wichtigsten Lerntools muss die Videoplattform YouTube einem Chatbot den Vortritt lassen: ChatGPT. Knapp dahinter folgen weitere KI-Tools wie Gemini, Claude und NotebookLM. Ein deutlicheres Zeichen dafür, dass KI im Werkzeugkasten der Weiterbildungsbranche endgültig angekommen ist, lässt sich wohl kaum finden. Denn: Seit 2007 hat die Liste etliche Trends der Branche vorweggenommen oder bestätigt. Ein letztes Mal lohnt sich also der Blick, was sich im Tool-Dschungel der Learning-Community getan hat. Mein Kollege Sascha Reimann hat die wichtigsten Erkenntnisse zur letzten Liste für Sie zusammengestellt.
Wenn KI inzwischen für viele zum wichtigsten Lernwerkzeug überhaupt avanciert ist, verwundert es kaum, dass entsprechende Tools auch im Coaching immer öfter auftauchen. Nur: Machen sie den Coach damit langfristig überflüssig? Diplom-Psychologe und Coach Axel Schweickhardt widerspricht entschieden. Echte Empathie und Beziehungsarbeit blieben Sache der Menschen – und dass KI so bereitwillig Ratschläge erteile, passe ohnehin nicht zur Coachinghaltung. Ihre Stärke spielen KI-Tools laut Schweickhardt stattdessen zwischen den Sitzungen aus, als sogenannte Mikrotools, die eine im Coaching bereits eingeführte Methode auch im Alltag verfügbar halten.
Ihre Stärke spielen KI-Tools zwischen den Sitzungen aus, als sogenannte Mikrotools.
Denn genau dort, im Praxistransfer, liegt die größte Herausforderung: Was in der Sitzung einleuchtet, hält dem stressigen Alltag oft nicht stand. Etwa, wenn eine gereizte Mail im Postfach landet und der alte Reflex zur Reaktion schneller ist als die im Coaching mühsam erlernte Gelassenheit. Ein Reframing-Prozess, der Ärger als Signal statt als Störung begreifen hilft, ein strukturierter Priorisierungsdialog für den überfüllten Arbeitstag oder die 5-Why-Methode zur Ursachenklärung: Solche Mikrotools, etwa in Form von eigens programmierten GPTs, helfen, eine bereits angestoßene Reflexion im Alltag weiterzuführen. Wie Coachs zu solchen Tools kommen und welche Stolperfallen sie beachten sollten, verrät Schweickhardt in seinem Beitrag.
Ich wünsche viel Spaß und Erkenntnisgewinn beim Lesen der neuen Ausgabe!