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Beitrag von Fabio Ibrahim aus managerSeminare 344, November 2026
Ein bewährtes Instrument in zeitkritischen Situationen ist das sogenannte 10-for-10, das vor allem im Rettungsdienst und in der Notfallversorgung eingesetzt wird. Dabei ruft die Führungskraft eine kurze Auszeit aus. Auf ein bekanntes Signal hin unterbrechen alle Beteiligten ihre Tätigkeit und kommen für eine kurze Abstimmung zusammen. Innerhalb weniger Sekunden werden die nächsten zehn Minuten geplant. Dabei werden fünf Fragen beantwortet:
Welche Fakten liegen vor?
Was ist das Hauptproblem?
Wie sieht der Plan aus?
Wer übernimmt welche Aufgabe?
Welche Rückfragen bestehen?
Die kurze Unterbrechung ermöglicht es der Führung, das Team in kürzester Zeit zu synchronisieren und Einzeltätigkeiten wieder am zentralen Problem auszurichten. Nach zehn Minuten kann erneut ein 10-for-10 durchgeführt werden, um Lagebild, Prioritäten und Aufgaben anzupassen. Das Format eignet sich insbesondere für akute und hochdynamische Situationen. Das zugrunde liegende Prinzip der militärischen und medizinischen Notfallversorgung lautet: „Treat first what kills first.“ Es gilt also, nicht automatisch das auffälligste Problem zuerst zu bearbeiten, sondern das zeitkritischste.
In Krisen kann die Vielzahl der Aufgaben schnell zu Unübersichtlichkeit führen. Mehrere Personen fühlen sich gleichzeitig zuständig, oder alle gehen davon aus, dass jemand anderes die Aufgabe übernimmt. Die Folge: Doppelarbeit, Verzögerungen oder Verantwortungsdiffusion. Die RACI-Matrix hilft, Klarheit in Sachen Verantwortlichkeit zu schaffen, indem sie jedem Aufgabenpaket vier Rollen zuweist: