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Beitrag von Petra Bernatzeder aus managerSeminare 342, September 2026
Selbstwirksamkeit braucht ein Ziel, auf das sich das eigene Handeln richten kann. Führungskräfte sollten deshalb nicht nur Aufgaben und Kennzahlen vermitteln, sondern deutlich machen, wozu die Arbeit dient und welchen Beitrag die einzelnen Mitarbeitenden leisten können. Besonders bei Veränderungen hilft ein konkretes Zielbild: Was soll anschließend besser sein? Welchen Nutzen schaffen wir für Kunden, Kollegen oder das Unternehmen? Und woran erkennen wir, dass wir erfolgreich waren? Je klarer der eigene Beitrag erkennbar wird, desto eher entsteht das Gefühl, tatsächlich etwas bewirken zu können.
Wer erlebt, wie andere eine vergleichbare Herausforderung bewältigen, traut sie sich eher auch selbst zu. Noch hilfreicher als der Blick auf souveräne Könnerinnen und Könner, sogenannte Mastery-Modelle, ist dabei der auf Coping-Modelle: Menschen, die zunächst ebenfalls unsicher waren, Schwierigkeiten hatten, Fehler machten und schließlich einen Weg fanden. Führungskräfte können solche Erfahrungen im Team sichtbar machen, etwa indem sie Mitarbeitende erzählen lassen, wie sie mit einer neuen Aufgabe, Technologie oder Rolle zurechtgekommen sind – einschließlich der Umwege.
Ermutigung kann Selbstwirksamkeit stärken, sofern sie glaubwürdig und konkret ist. Ein pauschales „Das schaffst du schon“ hilft wenig. Wirksamer ist es, Zuversicht mit beobachtbaren Fähigkeiten oder früheren Erfahrungen zu begründen: „Eine vergleichbare Situation hast du schon einmal gut gelöst.“ Ebenso wichtig ist es, echte Verantwortung zu übertragen und Spielräume zu lassen, in denen Mitarbeitende eigene Entscheidungen treffen können. Wer nur Vorgaben abarbeitet, kann schwer die Erfahrung machen, selbst etwas bewirkt zu haben.