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Beitrag von Monika A. Pohl aus managerSeminare 344, November 2026
Fatigue ist keine Frage von Disziplin oder Motivation. Wer versucht, frühere Leistungsniveaus um jeden Preis aufrechtzuerhalten, riskiert häufig eine Verschlechterung der Beschwerden. Der erste Schritt besteht darin, die eigenen Belastungsgrenzen realistisch anzuerkennen.
Ein zentrales Prinzip im Umgang mit Fatigue ist das sogenannte Pacing. Während „Pacing“ in der Kommunikationspsychologie in der Wortbedeutung „im Gleichschritt gehen“ genutzt und als Strategie verwendet wird, sich in Gestik, Sprechtempo etc. dem Gesprächsgegenüber anzupassen, wird das englische Wort im Zusammenhang mit Fatigue mit „Kräfte einteilen“ übersetzt. Heißt für die Praxis: Es geht darum, die vorhandene Energie bewusst so einzuteilen und Belastungen so zu steuern, dass Überforderung vermieden wird. Wer an guten Tagen zu viel erledigt und Aufgaben nachholt oder viel unternimmt, zahlt dafür oft mit verstärkter Erschöpfung an den folgenden Tagen – dies oft auch dann, wenn die Unternehmungen eigentlich schön waren.
Nicht alles, was früher möglich war, ist unter Fatigue weiterhin leistbar. Betroffene sollten regelmäßig prüfen, welche Aufgaben wirklich wichtig sind und worauf vorübergehend oder dauerhaft verzichtet werden kann.