Tutorial
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Fehlerkultur neu inszenieren

Der Umgang mit Fehlern gleicht oft einer Inszenierung mit den immer gleichen Rollen und Texten. Um Fehler erkennen und abstellen zu können – am besten bevor sie passieren –, hilft dieses Theater wenig. Aber wer das Skript kennt, kann es auch verändern.

Fehlerkultur als Inszenierung verstehen

In Organisationen geht es bei Fehlern oft mehr um Personen als um die eigentlichen Fehlerursachen. Dieses Theater zu durchschauen hilft, der Dramaturgie von Schuld und Absicherung zu entgehen. Fragen Sie sich:

  • Welche Rollen (Ankläger, Schuldiger, Retter, Beschwichtiger etc.) tauchen immer wieder auf? Wer spielt diese Rollen und warum?

  • Welche Sätze („Das darf nie wieder passieren“, „Wer war das?“) fallen jedes Mal? Was sagt das über den Umgang mit Fehlern?

  • Welche Schuld-Rituale (Krisenrunde, Einzelgespräch) folgen auf Fehler, und was bewirken sie?

  • Was gilt überhaupt als Fehler? Welche Fehler können erfasst werden, welche bleiben unsichtbar?

  • Wo sind Workarounds, Abkürzungen und Ausgleichsarbeiten nötig, damit das System „fehlerfrei“ läuft?

-> Die Inszenierung analysieren und besprechbar machen, um Gestaltungsspielräume zu öffnen.

Spannung im System erfassen

Fehlerquoten und Ampelstatus sind nachlaufende Indikatoren, d. h., sie sagen, wie schlimm es war. Ziel muss jedoch sein, potenzielle Fehlerquellen zu erkennen, bevor sie ein Problem werden. Zwei Metriken helfen:

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