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Beitrag von ibylle Kallwitz aus managerSeminare 344, November 2026
Geht es der Wirtschaft schlecht, gilt das Thema Feelgood auf der Topmanagement-Ebene schnell als vernachlässigbar. Dann werden entsprechende Budgets zugunsten kurzfristiger Profitabilität – und zulasten langfristigen Erfolgs – gestrichen. Um hier gegenzusteuern, sollte HR als Sparringspartner die Sprache des Business sprechen. Zentral ist: Nicht moralische Appelle retten das Feelgood Management. Das gelingt nur, wenn nötige Feelgood-Investitionen mit betriebswirtschaftlichen Argumenten verteidigt werden. Etwa mit dem erhöhten Output, der dadurch ermöglicht wird, mit der Reduktion der Gesundheitskosten oder mit der Talentmanagement-Optimierung, die dadurch ermöglicht wird. Es gilt also, auf eine Return-on-Investment-(ROI)-Logik zu setzen.
Den Feelgood-Gedanken in wirtschaftlich angespannten Zeiten zu streichen, ist riskant. Infolge des Signals an die Belegschaft „In schlechten Zeiten seid ihr uns egal“ drohen Unternehmen gravierende Folgen: schwerer Glaubwürdigkeitsverlust, steigende Krankheitstage, erodierende Leistungsbereitschaft, Kulturerosion, Abwanderung der fähigsten Köpfe. Deswegen ist es wichtig, dass die Verantwortlichen im Unternehmen eine klare Grundsatzentscheidung treffen: Feelgood Management ist keine Frage des „schönen Wetters“, sondern eine nicht verhandelbare werte- und zukunftsorientierte Haltung, die voraussetzt, zu klären: Was verstehen wir unter guter Arbeit? Welches Menschenbild und Kulturverständnis wollen wir leben? Was hilft uns, um Krisenzeiten und Wandel gemeinsam zu stemmen?
Ist das klare Bekenntnis zu Feelgood da, lautet die zentrale Frage aus HR-Perspektive nicht ob, sondern wie ein gutes Feelgood Management umzusetzen ist. Also: Wie können wir eine Wohlfühlkultur so gestalten, dass sie gleichzeitig wirksam und budgetschonend ist? Grundsätzlich gilt: Gutes Feelgood Management muss nicht teuer sein. Die kostengünstigste und effektivste erste Feelgood-Säule ist ein allzeit menschliches, transparentes, wertschätzendes und sinnstiftendes Arbeitsumfeld, mit Raum für Partizipation, Autonomie und gemeinsame Lösungen.