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Beitrag von Mira Fauth-Bühler aus managerSeminare 343, Oktober 2026
Bevor Sie lange abwägen, prüfen Sie, wie endgültig die Entscheidung tatsächlich ist: Lässt sie sich später leicht und ohne größere Folgekosten korrigieren? Dann kann ein geringerer Prüfaufwand angemessen sein. Wird sie voraussichtlich langfristige oder schwer rückgängig zu machende Folgen haben? Dann lohnen sich umfangreiche Analysen im Vorfeld. Fragen Sie deshalb: Was würde es kosten, diese Wahl später zu ändern? Je kleiner der Preis ist, desto eher darf eine zügige Entscheidung erfolgen. So wird nicht leichtfertiger entschieden, der Aufwand wird lediglich an die Tragweite der Entscheidung angepasst.
Nicht nur das Abwägen kostet Aufmerksamkeit. Auch die Suche nach immer weiteren Informationen kann Entscheidungen unnötig verlängern. Gerade unter Unsicherheit entsteht leicht die Hoffnung, dass die nächste Zahl, Meinung oder Analyse endlich Eindeutigkeit schafft. Legen Sie deshalb vorab fest, welche Kriterien erfüllt sein müssen, welche Information die Wahl tatsächlich verändern könnte und wann die Recherche endet. So wird aus einer offenen Informationssuche ein begrenzter Prozess.
Schon die Formulierung einer Frage kann beeinflussen, welche Option als selbstverständlich und welche als Abweichung erscheint. Ein Beispiel: „Sollen wir das bestehende Verfahren verändern?“ kann das Beibehalten als normale Ausgangslage erscheinen lassen. Werden dagegen mögliche Optionen als aktive Wahl formuliert – „Sollen wir das bisherige Verfahren beibehalten oder durch ein neues ersetzen?“ –, erscheint auch das Beibehalten nicht als Norm, sondern nur als eine Option. Fragen Sie anschließend nach den Folgen beider Möglichkeiten. So wird sichtbar, dass auch das Festhalten am Status quo eine Entscheidung ist – und möglicherweise Kosten verursacht.