Tutorial
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Bau dir deinen Blind-Spot-Bot

KI kann helfen, blinde Flecken sichtbar zu machen – also Wissenslücken, von denen man selbst nichts weiß. Dazu muss sie aber anders genutzt werden als üblich: nicht als Antwortmaschine, sondern als Instrument zum Aufdecken neuer Fragen.

Modell wählen

Jede gängige KI-Anwendung eignet sich: ChatGPT, Claude, Gemini, Mistral, Langdock, meinGPT, Copilot. Was zählt, ist die Aktualität des Modells. Je neuer die Version, desto eher hält die KI dir wirklich den Spiegel vor, statt höflich zuzustimmen. Bei älteren Modellen lohnt sich der Wechsel zur jeweils aktuellen Variante; die Reflexionsqualität unterscheidet sich spürbar.

Erste Schritte (Reihenfolge beachten!)

  • Erstens: Rolle setzen. Bevor du eine inhaltliche Frage stellst, gibst du der KI ihre Funktion mit. Sonst rutscht sie reflexhaft in den Bestätigungsmodus.

  • Zweitens: Selbstauskunft geben. Du zeigst der KI, woran du wie gearbeitet hast, oder beschreibst, was du glaubst zu wissen oder zu können. Erst dann kann sie prüfen, wo es klemmt.

  • Drittens: Spiegel anfordern. Du bittest gezielt um Irritation, nicht um Bestätigung.

Den Schmeichelreflex austreiben

KI-Modelle sind darauf trainiert, freundlich und zustimmend zu antworten. Genau dieser Reflex steht der Aufdeckung blinder Flecken im Weg. Bevor du in die Tiefe gehst, lohnt es sich, ihn aktiv zu blockieren. Folgende Sätze kannst du jedem Prompt voranstellen oder als ständige Anweisung in deinen Custom-Bot schreiben:

  • „Hör auf, mir zu gefallen. Bewerte meine Antwort wie ein strenger Fachgutachter, der mich nicht kennt.“

  • „Grill' meine Argumentation. Sei rücksichtslos in der Sache, fair in der Person.“

  • „Geh davon aus, dass meine Antwort einen Denkfehler enthält. Finde ihn, bevor du irgendetwas Positives sagst.“

Schneller Einstieg: fünf Prompts

  • „Zeig mir, welche Teile meiner Antwort unzureichend sind.“

  • „Teste mein aktuelles Verständnis zu [Thema] mit anspruchsvollen Fragen.“

  • „Hilf mir, meine größten blinden Flecken in [Thema] zu erkennen.“

  • „Welche Kompetenz fehlt mir, um [Aufgabe] souverän zu lösen?“

  • „Spiegele mir ehrlich, was ich noch nicht kann.“

Der sokratische Sparringspartner

Der sokratische Dialog macht dein eigenes Denken sichtbar, indem er dich mit Fragen statt mit Antworten konfrontiert. Dieser Prompt spielt vier Fragetypen systematisch durch und erzeugt so echten Reibungsdialog:

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