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Professionalisierung der Coachingbranche

Für mehr Durchblick im Anbieterdschungel

Um die Professionalisierung des Coachingberufs voranzutreiben, haben sich bereits vor zehn Jahren einige Coachingverbände zu einem Round­table zusammengeschlossen. Die Interessengemeinschaft, der inzwischen zehn Verbände mit rund 9.500 Mitgliedern angehören, hat nun einen ersten Meilenstein erreicht: Sie hat sich auf einheitliche Coachingstandards geeinigt. Diese sind als Mindestanforderung zu verstehen, das heißt, die Mitglieder der Verbände dürfen die Standards nicht unterschreiten, sie dürfen aber strengere festlegen. Auf Klientenseite ermöglichen die Standards eine erste Orientierung im unübersichtlichen Coachingmarkt, denn Coachs, die sich einem der betreffenden Verbände anschließen, geben damit künftig ein Qualitätsversprechen ab, an dem sie sich messen lassen müssen. In erster Linie definiert das Positionspapier, was Coaching überhaupt ist und welche Aufgaben ein Coach hat. Es legt aber beispielsweise auch fest, dass eine Basisausbildung den Umfang von mindestens 150 Präsenzstunden zu je 60 Minuten haben muss. Neben mehr Transparenz auf dem Markt und der Professionalisierung wollen die Verbände auch ein höheres gesellschaftliches Ansehen des Coachingberufs erreichen. Doch damit sind ihre Bemühungen noch nicht beendet: Sukzessive soll die Coachingausbildung inhaltlich und formal standardisiert werden, um beispielsweise eine Qualitätsprüfung der Angebote zu ermöglichen. Wann diese Richtlinien vorliegen werden, ist jedoch offen. Weitere Infos unter: www.roundtable-coaching.eu

Einheitliche Coachingstandards
  • Grundverständnis: Coaching fördert die Fähigkeit zur Selbstorganisation im Berufs- und Arbeitsleben.
  • Aufgabe im gesellschaftlichen Kontext: Coaching ist eine Reaktion auf die steigenden Anforderungen an den Einzelnen angesichts wachsender Komplexität und Flexibilität.
  • Vorgehensweise: Coaching ist ein dialogisches Arbeitsbündnis zwischen Coach und Klient. Der Coachingprozess ist strukturiert, methodengeleitet, zeitlich begrenzt, zielorientiert und ergebnisoffen.
  • Abgrenzung: Expertenberatung, Weiterbildung und Psychotherapie haben andere Ansatzpunkte und Vorgehensweisen.
  • Ethik: Der Coach verpflichtet sich einem humanistischen Menschenbild und begegnet dem Klienten mit Wertschätzung und Respekt.
  • Kompetenzerwerb: Die für das Coaching erforderlichen Kompetenzen werden durch eine berufsbegleitende Weiterbildung/ein berufsbegleitendes Studium erworben.
  • Gesellschaftliche Stellung: Die Qualität von Coaching zeigt sich auch daran, dass die Branchenvertreter an gesellschaftlichen Debatten teilnehmen.
  • Forschung: Die Forschung und Entwicklung von Coaching ist unerlässlich. Sie dient u.a. dazu, die Qualität zu steigern, Lehr- und Praxiskonzepte zu entwickeln und die Chancen und Grenzen von Coaching aufzuzeigen.
  • Professionelle Selbstorganisation: Der Roundtable hält für Coachs die Mitgliedschaft in einem der Berufsverbände für unerlässlich, da diese die Entwicklung der Profession vorantreiben.
(Quelle: Commitment des Roundtables der Coachingverbände, www.roundtable-coaching.eu)
Autor(en): (fin)
Quelle: managerSeminare 207, Juni 2015
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