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Beitrag von Jan Foelsing und Matthias Wiencke aus managerSeminare 343, Oktober 2026
Skill Decay, Kompetenzillusion: Warum wir eine weniger flache KI-Nutzung brauchen
Vom Vibe zum Wie: Wie ein offenes Lernformat nebenbei die KI-Kompetenz fördert
Produktive Irritation: Welche Erkenntnisse eine soziale Überprüfung der KI-Antworten bringt
Dreifacher Effekt: Wie Vibe Learning Fachwissen, Austausch und KI-Kompetenz fördert
Haltung statt Schulung: Warum der Umgang mit KI letztlich eine Kulturfrage ist
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 343
Generative KI ist ein bisschen wie ein Schweizer Taschenmesser, das unzählige Werkzeuge enthält – und jeden Tag noch ein paar mehr. Die meisten von uns verwenden aber nur einen Teil der angebotenen Funktionen. Nicht, weil wir nicht mehr nutzen wollten, sondern weil uns schlicht die Erfahrung fehlt, welche Möglichkeiten diese Werkzeuge überhaupt bieten.
In vielen Unternehmen zeigt sich ein ähnliches Bild. Claude, Copilot oder Gemini sind dort breit verfügbar, eigene KI-Assistenten befinden sich im Aufbau oder bereits im Einsatz. Viele Beschäftigte nutzen die immer leistungsfähigeren Systeme auch regelmäßig, allerdings meist für einige wenige Standardaufgaben: Sie lassen Texte formulieren, Inhalte zusammenfassen oder Informationen recherchieren. Das ist oft sinnvoll, jedoch ist die KI bei dieser „flachen“ Anwendung nicht mehr als eine komfortablere Such- bzw. Schreibmaschine.
Was auf Anwenderseite also fehlt, ist weniger der Zugang zur KI, als vielmehr die Kompetenz, wie man diese mehrwertstiftend einsetzen kann. Führungskräfte sitzen bei dieser Frage in demselben Boot wie Mitarbeitende. Sie gestalten die Prozesse, sie entscheiden, wie KI genutzt wird. Und damit auch, ob aus einer Investition ein Mehrwert wird oder eine weitere KI-Initiative im Sande verläuft. Umso wichtiger ist es, dass alle Beteiligten lernen, mit diesem Schweizer Taschenmesser und seinen neuen Funktionen tatsächlich umzugehen. KI-Kompetenz bedeutet dabei weit mehr, als Prompts formulieren zu können oder die Funktionen eines bestimmten Systems zu kennen. Für mich fängt KI-Kompetenz da an, wo Menschen ein Gespür, ein Gefühl für die Technologie entwickeln: in welchen Situationen sie hilft, wo sie in die Irre führt, welche Fragen im Umgang mit ihr weiterbringen und welche Arbeitsweisen sich bewähren.