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Beitrag von Petra Bernatzeder aus managerSeminare 342, September 2026
Stärkende Selbstwirksamkeit: Warum manche Menschen unter hohem Veränderungsdruck regelrecht aufblühen
Dreifach belohnt: Warum Selbstwirksamkeit so viel Handlungsenergie innewohnt
Produktive Überzeugung: Wie Selbstwirksamkeit und Arbeitsleistung zusammenhängen
Von Selbstwahrnehmung bis Selbstfürsorge: Wie sich die wichtigsten Wurzeln der Selbstwirksamkeit stärken lassen
Bedeutungsvolle Bedingungen: Wie im Team die Weichen auf Selbstwirksamkeitserleben gestellt werden
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 342
Nina, Bereichsleiterin in einem mittelständischen Unternehmen, hat das Gefühl, nicht mehr hinterherzukommen. Das eine Projekt ist noch nicht abgeschlossen, schon kündigen sich zwei neue an. Im Unternehmen wird eine neue KI-Anwendung eingeführt, parallel dazu werden Prozesse umgestellt, Verantwortlichkeiten neu verteilt und Teams anders zusammengesetzt. Eigentlich sind das alles Veränderungen, die sie fachlich bewältigen kann. Doch in ihrer Summe scheinen sie ihr zunehmend die Kontrolle zu entziehen. Statt konsequent Entscheidungen zu treffen, beginnt sie zu zweifeln – an ihren Prioritäten, an ihren Fähigkeiten, manchmal sogar an sich selbst. „Die Dinge entgleiten mir“, sagt sie im Coaching.
Mit diesem Erleben ist Nina nicht allein. Digitalisierung, KI-Einführungen, Reorganisationen und Kostendruck greifen ineinander und erzeugen aktuell eine Transformationsdynamik, die insbesondere Führungskräfte fast täglich vor neue Herausforderungen stellt. Aus dem Gefühl, gestalten zu können, wird zunehmend das Gefühl, nur noch auf Entwicklungen zu reagieren oder besser gesagt, ihnen hinterherzuhetzen. Aus Anspannung wird Erschöpfung, aus Erschöpfung wird bei manchen Zynismus, bei anderen Rückzug, und nicht wenige entwickeln mentale und auch körperliche Beschwerden.
Genauso gibt es jedoch auch Führungskräfte, die angesichts der permanenten Veränderung ruhig und konzentriert bleiben, einige scheinen sogar regelrecht aufzublühen. Sie warten nicht darauf, dass Veränderungen unausweichlich werden, sondern stoßen sie selbst an. Sie halten mehrere Bälle gleichzeitig in der Luft und wenn einer herunterfällt, bleiben sie ruhig und heben ihn wieder auf. Sie strahlen Zuversicht aus, und empfinden sie auch. Worin liegt das? Was ist der Grund, warum einige Menschen unter hohem Druck ihre Handlungskraft verlieren, während andere handlungsfähig bleiben, ja, teils sogar noch handlungsstärker zu werden scheinen?