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Gehirn-Guide
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Annehmen statt abwehren

Wir verschließen vor Problemen oft lieber die Augen, als uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Hadern und Leugnen kann aber dazu führen, dass wir in einer Art permanentem Abwehrkampf stecken bleiben, der Stress verursacht und die Gesundheit gefährdet. Doch es gibt einen heilsameren und zugleich effektiveren Ansatz, mit unangenehmen Gefühlen umzugehen, sagt Neuromediziner und -wissenschaftler Volker Busch: Akzeptanz.

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Hadern und Leugnen: Warum wir vor unangenehmen Dingen die Augen verschließen

Perseveratives Denken: Wann uns Gedankenspiralen zu unsinnigem Verhalten verleiten

Annehmen statt ankämpfen: Wie Akzeptanz Stress reduziert und Handlungsfähigkeit erhöht

Ankommen, neu orientieren: Welche Schritte helfen, aus der Krise zu kommen

Commitment zum Weitermachen: Wie man vermeidet, wieder ins Hadern zu verfallen

Cover managerSeminare 339 vom 29.05.2026Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 339

Wer abends auf einen ereignisreichen Arbeitstag zurückblickt, gelangt hoffentlich zu der Erkenntnis, dass einiges geglückt ist. Einiges ist aber sicher auch schiefgelaufen. Im Umgang mit dieser Bilanz gibt es dabei einen auffallenden Unterschied: Während uns die positiven Dinge teils gar nicht richtig ins Bewusstsein dringen, haben die eher unschönen Dinge, die uns widerfahren, das Potenzial, uns innerlich mächtig aufzuregen oder in ein Jammertal zu treiben. Laut einer Übersichtsarbeit neigen wir zu ca. 20 bis 30 Klagemomenten pro Tag. Das ist per se nicht schädlich oder verwerflich. Es ist zutiefst menschlich, mal aus der Haut zu fahren, wenn man sauer, traurig oder hilflos ist. Und es kann sogar guttun, ordentlich Dampf abzulassen.

Leicht gerät man dabei jedoch in einen Zustand, den die Verhaltenspsychologie als Hadern bezeichnet. Beispiele dafür sieht man täglich. Da ist der Bahnreisende, der den armen Zugbegleiter vor allen Leuten wegen wieder mal nicht angezeigter Sitzplätze runtermacht, weil „das ja wohl nicht wahr sein kann“. Da ist eine Gruppe empörter Dorfbewohner, die gegen die neue Stromtrasse demonstriert, weil „das in ihrem Dorf natürlich nicht geht“. Da sind die Angehörigen der hochbetagten Patientin, die nach ihrem Tod damit drohen, das Krankenhaus zu verklagen, denn „schließlich war sie vor ihrer Einweisung ja noch kerngesund“.

Dieses Hadern ist weder besonders klug noch ändert es irgendetwas. Psychologisch gesehen dient es vor allem der Abwehr. Kinder halten sich die Augen zu, wenn etwas peinlich, angsteinflößend oder unangenehm ist, in der Hoffnung: Wenn ich es nicht mehr sehe, ist es weg. Das Hadern erwachsener Menschen ist die Fortsetzung dieses kindlichen Verhaltens. Es tritt immer dann zutage, wenn sie eine objektive Situation nicht wahrhaben wollen und innerlich mit aller Kraft dagegen ankämpfen, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen. Zu diesem Augenschließen gehören noch weitere Strategien: Kleinreden, Ignorieren, Leugnen.

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