Editorial

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Frustriert, aber funktionsfähig

Frustriert, aber funktionsfähig: So lässt sich ein Zustand von Mitarbeitenden beschreiben, der nur schwer zu erkennen ist. Nach außen wirken sie stabil, intakt. Sie erledigen ihre Aufgaben und halten ihre Termine ein. Doch hinter der Fassade haben sich längst Risse gebildet: Sie funktionieren, innerlich aber haben sie sich bereits ein Stück weit von ihrer Arbeit, ihrer Rolle oder ihrem Arbeitgeber entfernt. Für diesen Zustand kursiert seit einiger Zeit, vor allem in den USA, der Begriff „Quiet Cracking“.

Last Call: Am 24./25. April 2026 treffen sich Weiterbildungsprofessionals auf dem Petersberg bei Bonn zum „Gipfeltreffen der Weiterbildung“. Das Motto: „Stark im Wandel(n)“. Noch gibt es Tickets: petersberger-trainertage.de

Freilich stammt das Wort nicht aus der Wissenschaft, freilich ist das Phänomen auch nicht erforscht, dennoch scheint die begriffliche Neuschöpfung des Weiterbildungsanbieters TalentLMS einen wunden Punkt zu treffen. Es benennt ein Problem mit der Arbeitszufriedenheit. Und gefühlt leidet die aktuell: sei es durch die wirtschaftliche Situation, die Zukunftserwartungen eintrübt, sei es durch ausbleibenden Erfolg oder mangelnde Anerkennung, die Entwicklungsperspektiven vage machen, oder sei es durch Sinnzusammenhänge, die schleichend erodieren. Anders als beim „Quiet Quitting“, das den bewussten Rückzug auf das Allernötigste beschreibt, und anders als „Loud Quitting“, das Unzufriedenheit offen nach außen schreit, beschreibt „Quiet Cracking“ eine Art Vorzustand: das brüchig werdende Verhältnis, den drohenden Beziehungsabbruch zum Job.

Das Thema ist für Führung nicht nur relevant, sondern auch herausfordernd. Woran lässt sich die stille Resignation erkennen? Und wie kann man ihr begegnen? Antworten und Reflexionshilfen bietet unser diesmaliges Titelthema.

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Eine Schlüsselkompetenz von Führung ist die Kommunikation. Im Fall von „Quiet Cracking“ wie auch in allen anderen Lagen und Zuständen. Viel zu wenig Beachtung findet dabei das Zuhören, wie wir bereits in unzähligen Beiträgen geschrieben haben. Mit dieser Ausgabe legen wir noch einmal nach. Autorin unseres Artikels zum Thema Zuhören ist Laura Bornmann, eine junge, aber wichtige Stimme im modernen Leadership-Diskurs. Sie berichtet aus ihrer eigenen Erfahrung mit ihrem ersten großen Führungsjob und zeigt: Zuhören zahlt nicht nur auf die Motivation und das Engagement der Mitarbeitenden ein, sondern entscheidet auch wesentlich darüber, wie viel Vertrauen einer Führungskraft entgegengebracht wird. Dass es vielen Führungskräften oft nicht gelingt, wirklich zuzuhören, liegt vor allem an einem verbreiteten Missverständnis: Zuhören wird als passiver Prozess, als etwas, das von alleine geschieht, verstanden. Dabei ist „echtes“ Zuhören in Wirklichkeit ein hochaktiver Vorgang.

Viel Spaß mit der Lektüre und viel Erkenntnisgewinn!

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