Editorial

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Der Inner-Work-Irrtum

Coaching boomt. Nicht nur dort, wo Menschen nach Orientierung, Sinn oder seelischer Entlastung suchen, sondern längst auch in Unternehmen. Was im Privaten als Lebenshilfe fungiert (und funktioniert), wird in Unternehmen als Instrument genutzt, um Veränderungsfähigkeit zu trainieren, Konflikte zu entschärfen und Teams durch unsichere Zeiten zu tragen. Die Konjunktur des Coaching-Formats auf Unternehmensseite ist verständlich, stehen viele Organisationen doch aktuell unter Daueranspannung: Transformation, Reorganisation, Wirtschaftskrise. Coaching ist in diesem Kontext so etwas wie eine elegante Abkürzung: Es ist weniger schwerfällig als ein Organisationsumbau, weniger konfliktträchtig als Führungsfeedbacks und schneller verfügbar als langfristige Qualifizierung. Zugleich scheint es in unsere Zeit zu passen, die Entwicklung gern individualisiert: Wenn die Zusammenarbeit stockt, ist man schnell dabei, zu empfehlen, doch an der Reflexionsfähigkeit und am Mindset zu arbeiten. Oder auch Emotionsarbeit und „Inner Work“ zu betreiben.

Gönn dir den Gipfel! Am 24./25. April 2026 finden die PTT in Königswinter bei Bonn statt. Dieses Mal steht das Gipfeltreffen der Weiterbildung unter dem vielsagenden Motto „Stark im Wandel(n)“. Tickets gibt es hier: petersberger-trainertage.de

Unser diesmaliges Titelthema setzt genau dort an: Coaching-Expertin Svenja Hofert beschreibt den Denkfehler hinter dem Boom – samt seiner Nebenwirkungen. Ihrer Beobachtung nach wird „Inner Work“ nämlich in Teamsettings häufig wie ein organisationspolitisch neutrales Werkzeug behandelt. Tatsächlich verschiebt es aber nur den Blick: weg von Strukturen, Rollen, Entscheidungswegen, Schnittstellen, Arbeitslast – hin zu Reifegraden, Mindsets und biografischen Erklärungen. Welche weiteren Denkfallen hinter dem Coaching-Boom stecken und wie Unternehmen diese umgehen, lesen Sie, liebe Leserinnen und Leser, in diesem Beitrag.

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Die Vorstellungen davon, was Erfolg ausmacht, drehen sich immer wieder um dieselben Dinge: Karriere und Status, die Erfüllung bestimmter Werte – und zunehmend auch die passende Außendarstellung. Das Problem dabei sind weniger die Ziele an sich, sondern dass sie von Experten und Ratgebern verstärkt und so zur bindenden Vorgabe werden. Sie legen fest, was als Erfolg gilt und was nicht. Und wir orientieren uns an diesen vorgefertigten Vorstellungen – auch dann, wenn sie gar nicht zu uns passen. Autor Tobias Endler zeigt in seinem Beitrag, wie sich solche Modelle von der Stange aufbrechen lassen und wie es gelingen kann, stattdessen eine souveräne Vorstellung davon zu entwickeln, was Erfolg im eigenen Leben ausmacht.

Viel Spaß beim Lesen und viel Erkenntnisgewinn!

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