GSA-Präsidentschafts-Wahlkampf treibt Blüten

Einige haben ihn sicher gelesen, den Leserbrief zum GSA-Präsidentschaftswahlkampf, der mich per Mail erreichte. Während der Sommer in Deutschland eher kalt und verregnet ist, ist der Wahlkampf um die nächste GSA-Präsidentschaft nämlich umso heißer.

Diesen Donnerstag, 9. September, ist Wahltag: für die Mitglieder der German Speakers Association (GSA), die ihre/n neue/n Präsidentin/en wählen können. Die Kandidaten sind beide keine Unbekannten: Gaby Graupner und Stefan Frädrich.

Gaby Graupner wird schon lange als Kandidatin für den nächsten Präsidentschafts-Job der GSA gehandelt: Sie trägt rote Haare, vorzugsweise rote Klamotten und gerne Pomps. Ihr Leib- und Magenthema: Bei Anruf Erfolg. Sie ist GSA-Vorstandsmitglied und tritt unter anderem als Macherin der "GSA-Talks" in Erscheinung (um die 20- bis 30minütige Gesprächsrunden mit GSA-Mitgliedern, aufgezeichnet als Web-TV-Filme). Ihr Herausforderer ist Stefan Frädrich, Beseller-Autor, TV-Coach und bekannt für den inneren Schweinehund Günter, der mal das Rauchen aufgibt, mal verhandeln lernt. Er ist erst später als Kandidat in Erscheinung getreten. Dafür trommelt er aber nicht leiser.

Beide kämpfen um das Amt, um zunächst mal den Titel "president elect": Ein Jahr haben sie dem amtierenden Präsidenten Lothar Seiwert über die Schulter zu schauen, bis sie im nächsten Jahr um diese Zeit das Ehrenamt übernehmen können. Zu verfolgen ist die Medienschlacht auf Twitter, YouTube, in diversen Blogs, Facebook. Eine Web2.0-Schlacht, die alle Register zieht.

Führwahr: Web2-0-affine Mitglieder können sich ein Bild machen von den Kandidaten, sie kommen quasi nicht drumherum: Gaby Graupner erklärt per Video, warum sie Rot trägt, man lernt ihre Tochter kennen und ihren Lebensgefährten. Menschelnd, sagt man dazu gemeinhin. Ihre Botschaft: mehr Nutzen für die GSA-Mitglieder. Auch Stefan Frädrich ist persönlich: Per Blogpost wird informiert, warum der Arztjob nichts für ihn war, was sein Beruf als Speaker für ihn bedeudet, was seine GSA-Präsidenten-Ziele sind (u.a. Vernetzung mit der Gesellschaft). Es folgt von ihm eine "tierische Videobotschaft", ein Podcast. "Mein nächstes großes Ziel ist es, Präsidentin der German Speakers Association zu sein", "Stefan for President" lauten die Parolen, die zigfach wiederholt, ge-re-tweetet über die Timeline flattern. Es gibt reichlich Input. Manches ist witzig, manches peinlich, manches geht zu weit. Erzählt wurde mir etwa von einem Aufruf à la "Wer den Präsidentenwunsch drei mal re-tweetet, bekommt eine Eintrittskarte zu ... umsonst." Präsidentschaftswahl als Tombola.

Wahlkampf um das höchste Amt in einem Weiterbildungsverband? Das ist ohnehin ungewöhnlich. Meist sind die Ämter ja nur quälend zu besetzen.

Per se ist der Kampf ums Amt für den Verband ein Kompliment. 550 Mitglieder zählt er derzeit. Attraktiv finden ihn die Mitglieder. Doch wird das so bleiben? Gründungspräsident Siggi Haider formulierte es vorsichtig in einem Blogpost: „Es geht nur um die GSA, oder?“ Zwischen den Zeilen ist die Sorge zu lesen: Spaltet sich die GSA mit den zwei Kandidaten? Wächst wieder zusammen, was für einen so kleinen Verband zusammen gehört?

Zwei Kandidaten, zwei Lager. Und das bei dem Motto der GSA: Gemeinsam wollen sie den Kuchen größer machen...
07.09.2010
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