Organisation

Vom Trainingskonzept zum Lizenzmodell
Vom Trainingskonzept zum Lizenzmodell

Geteilt, aber geschützt

Was tun, wenn das eigene Trainingskonzept auch anderen zur Verfügung stehen soll? Ein Lizenzmodell kann die Weitergabe rechtlich absichern. Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen, ein solches zu erarbeiten, erklärt Julia Demmerich, welche rechtlichen Grundlagen Trainerinnen und Trainer kennen sollten und welche Fragen sich auf dem Weg zum Lizenzmodell stellen.

„Ich würde so gerne mit deinem Konzept arbeiten, aber ich weiß nicht, ob und auf welche Weise ich das darf.“ – Das schrieb mir eine Trainerin nach einem Vortrag. Ein Satz, der mich seitdem beschäftigt. Nicht, weil er ungewöhnlich war, sondern weil er so präzise das Problem benennt, das viele Trainerinnen und Trainer kennen: Sie haben etwas entwickelt, das über sie selbst hinauswächst. Andere wollen damit arbeiten, aber der Rahmen fehlt.

In meinem Fall ging es um „The Diary Concept – Eine Frage der Betrachtungsweise“® – ein Konzept, das ich über mehrere Jahre entwickelt habe. Es verbindet Erkenntnisse aus Psychologie, Philosophie sowie regelmäßiger Schreibpraxis und verfolgt das Ziel, Tagebucheinträge nicht nur als Chronik des Erlebten, sondern gezielt als Werkzeug der Selbstuntersuchung zu nutzen.

Dass nun auch andere damit arbeiten möchten, hat mich veranlasst, mich ernsthaft mit Lizenzmodellen auseinanderzusetzen. Ich bin keine Rechtsanwältin, und dieser Beitrag ersetzt daher keine Rechtsberatung. Aber er soll Erkenntnisse bündeln, die ich mir im Zuge der Entwicklung eines eigenen Lizenzmodells – gemeinsam mit einer Rechtsanwältin – erarbeitet habe und die anderen Konzeptentwickelnden als Orientierung dienen können. Denn sobald ein Konzept von anderen genutzt wird, braucht es klare Vereinbarungen. Gleichzeitig ist ein Lizenzmodell ein Qualitätsversprechen. Es richtet sich sowohl an die Klientinnen und Klienten, die mit zertifizierten Trainerinnen und Trainern arbeiten möchten, als auch an die Trainerinnen und Trainer selbst, die wissen wollen, was sie dürfen, was sie können sollen und wofür sie stehen.

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