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Beitrag von Sascha Reimann aus Training aktuell 10/26, Oktober 2026
Die 32. Ausgabe der Online Educa Berlin (OEB) steht unter dem Motto „Sovereign Learning: Trust, Agency & the Education Reset“. Die internationale Fachkonferenz für technologiegestützte Bildung dreht sich dieses Mal also vor allem um die Souveränitätsfrage in Lernsystemen: Wie lassen sich intelligente Technologien integrieren, ohne menschliches Urteilsvermögen, institutionelle Autonomie und gesellschaftliches Vertrauen zu untergraben? „KI verändert die Bedingungen, unter denen Wissen entsteht und validiert wird“, bilanziert Rebecca Stromeyer, Gründerin und Conference Chair der OEB. „Die entscheidende Frage ist nicht, ob Bildung intelligente Systeme nutzt, sondern ob wir Lernprozesse so gestalten, dass sie menschliche Handlungsfähigkeit und gesellschaftliches Vertrauen stärken, statt langfristige Abhängigkeiten zu erzeugen.“
Die OEB 2026 beleuchtet diese Fragestellung entlang von drei Themensträngen: der strukturellen Reform von Bildungs- und Weiterbildungssystemen, der Implementierung von Technologien samt ihrer messbaren Wirkung sowie der menschlichen Handlungsfähigkeit in zunehmend automatisierten Lernumgebungen. Wie schon in den Vorjahren dürfte es dabei vor allem um das große Ganze gehen, der Weitwinkelblick aufs Lernen ist gewissermaßen Tradition auf der Veranstaltung. Teilnehmende können aber auch praktische Informationen erhalten, etwa zur Gestaltung von digitalem Lernen oder zum Einsatz von KI im Corporate Learning.
Das Programm der OEB mit mehr als 130 Sessions und 270 angekündigten Speakern steht noch nicht final fest, einige Highlights sind aber schon auf der Veranstaltungsseite nachzulesen: Die Philosophin Carissa Véliz vom Institute for Ethics in AI der University of Oxford etwa geht der Frage nach, wie Gesellschaften angesichts sinkender Bildungsstandards und der zunehmenden Auslagerung von Lernen an die KI dafür sorgen können, dass junge Generationen die Fähigkeiten zum eigenständigen Denken behalten. Helen Beetham, Digital-Education-Forscherin an der University of Manchester, setzt sich in ihrer Keynote kritisch mit den Begriffen „Souveränität“ und „Handlungsfähigkeit“ auseinander und fragt, wer eigentlich die Systeme kontrolliert, auf die Lernen zunehmend angewiesen ist. Patrik Hedljung, AI Catalyst beim schwedischen Fahrzeughersteller Scania, spricht über das Phänomen „Shadow L&D“ und darüber, ob Unternehmen selbstorganisiertes, KI-gestütztes Lernen der Belegschaft künftig eher steuern oder als wertvolle Ressource nutzen sollten.
Für die Konferenz werden wie in den Vorjahren rund 2.000 Teilnehmende aus über 70 Ländern erwartet. Tickets sind noch verfügbar, die Frist für den reduzierten Frühbucherpreis ist jedoch abgelaufen.