TÜV Weiterbildungsstudie 2026
TÜV Weiterbildungsstudie 2026

Hoher Stellenwert, fehlende Strategie

In Zeiten permanenten Wandels müssen sich Mitarbeitende kontinuierlich anpassen und weiterbilden, um nicht den Anschluss zu verlieren. Doch wie gut unterstützen deutsche Unternehmen sie dabei? Welchen Stellenwert hat das Thema betriebliche Weiterbildung aktuell? Eine aktuelle Studie liefert Antworten – und zeigt ein differenziertes Bild.

Ob Digitalisierung, KI oder demografischer Wandel: Die Anforderungen an die Kompetenzen von Mitarbeitenden verändern sich stetig. Wer mithalten will, kommt an kontinuierlicher Weiterbildung nicht vorbei. Doch wie sehr unterstützen deutsche Unternehmen aktuell die Weiterbildung ihrer Belegschaft? Welchen Stellenwert hat sie? Diesen Fragen geht die TÜV-Weiterbildungsstudie regelmäßig auf den Grund, die der TÜV-Verband seit 2022 im Zwei-Jahres-Rhythmus durchführt. Für die aktuelle Erhebung wurden bundesweit 500 Unternehmen unterschiedlicher Branchen mit mindestens 20 Mitarbeitenden befragt.

Hoher Stellenwert und Zugang

Ein zentrales Ergebnis: Weiterbildung hat in den meisten Unternehmen weiterhin einen hohen Stellenwert – wenn auch etwas weniger als noch vor zwei Jahren. 87 Prozent der Befragten messen der Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden eine sehr oder eher hohe Bedeutung bei; 2024 lag dieser Anteil noch bei 93 Prozent.

Dieser hohe Stellenwert zeigt sich auch beim Zugang zu Weiterbildungsangeboten, der sich im Vergleich zu 2024 kaum verändert hat: Drei Viertel der Unternehmen (75 Prozent) ermöglichen allen Mitarbeitenden die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen (2024: ebenfalls 75 Prozent). In 19 Prozent der Unternehmen ist das Angebot dagegen auf Mitarbeitende in bestimmten Positionen oder Abteilungen beschränkt (2024: 20 Prozent), und sechs Prozent bieten überhaupt keine Weiterbildung an (2024: vier Prozent).

Begrenzte Ressourcen und fehlende Weiterbildungsstrategie

Ein hoher Stellenwert und breiter Zugang zu Weiterbildungen bedeuten allerdings nicht, dass den Mitarbeitenden unbegrenzt Ressourcen zur Verfügung stehen. Im Gegenteil: Bei Zeit und Budget setzen Unternehmen nach wie vor enge Grenzen. So gibt knapp jedes dritte Unternehmen (29 Prozent) pro Mitarbeitendem weniger als 500 Euro im Jahr für Weiterbildung aus. Weitere 36 Prozent stellen jährlich zwischen 500 und 1.000 Euro für Schulungen und Trainings bereit (2024: 38 Prozent). Ähnlich knapp bemessen ist die verfügbare Zeit: 74 Prozent der Unternehmen gewähren ihren Mitarbeitenden lediglich ein bis maximal fünf Weiterbildungstage pro Jahr (2024: 64 Prozent).

INFO

Neben knappen Ressourcen mangelt es vielerorts auch an strategischer Planung: Nur knapp jedes dritte Unternehmen (29 Prozent) verfügt über eine verankerte Weiterbildungsstrategie (2024: 32 Prozent). Das bleibt laut Studie nicht folgenlos: Fehlt eine klare Ausrichtung, werden Mitarbeitende häufig nicht gezielt in den Fähigkeiten geschult, die künftig tatsächlich benötigt werden. Ein Beispiel: Beim Thema KI sehen mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) einen großen Bedarf an Kompetenzen, um die Technologie produktiv nutzen zu können. Tatsächlich geschult haben ihre Mitarbeitenden bisher in diesem Bereich jedoch erst 27 Prozent der Unternehmen.

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