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Qualitative Studie zu Keynote Speaking
Qualitative Studie zu Keynote Speaking

Die Entmystifizierung des Wow-Faktors

Auf der Bühne entscheiden oft Sekunden darüber, ob ein Redner das Publikum wirklich packt oder kaltlässt. Was diesen Unterschied ausmacht, ist erstaunlich schwer zu greifen, denn ein entscheidender „Wow-Faktor“ entzieht sich bisher jeder systematischen Forschung. Angela Eberlein hat ihm in ihrer Bachelorarbeit mithilfe von Experteninterviews nachgespürt.

Ist der entscheidende „Wow-Faktor“, der das Publikum fesselt und laut klatschend zurücklässt, also den Durchschnittsredner vom Spitzenredner unterscheidet, trainierbar? Diese Frage stellen sich viele (angehende) Speakerinnen und Speaker, die auf der Bühne glänzen wollen. Die Antwort ist erst einmal ernüchternd: Eine systematische Literaturrecherche nach qualitativ hochwertigen Forschungsarbeiten zum Thema „Wow-Faktor“ bleibt in einschlägigen Datenbanken ohne Treffer. Wozu man wiederum fündig wird, sind Wirkungselemente wie „Storytelling“, „emotionale Sprache“, „stimmliche Lebendigkeit“, „nonverbale Wirkung“, „erlebte Verletzlichkeit eines Speakers“ oder dass die „Rede etwas im Zuhörer verändert hat“. Zudem trifft man im Zuge dieser Recherche auf eine Vielzahl an Fachliteratur rund um Rhetorik und Keynote Speaking.

Speakeridentität ist Basis

Immer dann, wenn es zu bestimmten Fragestellungen an Forschungsbefunden mangelt, ist dies der Anstoß für Pionierarbeit: Man macht sich systematisch mit explorativen Experteninterviews auf den Weg, um zu Erkenntnissen zu kommen. Um dem „Wow-Faktor“ und seiner Erlernbarkeit nachzugehen, habe ich im Rahmen meiner Bachelorarbeit zehn Branchenexperten interviewt, die selbst erfolgreich als Top Keynote Speaker, Ausbilder, Booker oder Agenturinhaber tätig sind. Ein wesentlicher Faktor, der sich im Rahmen dieser Interviews herauskristallisierte und der von neun der zehn Experten betont wurde, ist die individuelle Speakeridentität. Diese beschreibt nicht nur die spezifische Art und Weise, mit der ein Redner auftritt und wirkt, sondern vor allem auch, wie er denkt, Themen verarbeitet und sich selbst in seiner Rolle versteht. Sie umfasst somit sowohl den individuellen Vortragsstil als auch eine Reihe schwer trainierbarer persönlicher Dispositionen und Haltungen, die sich positiv auf die Wahrnehmung durch das Publikum auswirken.

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